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Das NSU-Unterstützungsnetzwerk in Sachsen

Der NSU-Prozess neigt sich seinem Ende zu. Wenig überraschend vertrat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer nach wie vor die These, beim NSU habe es sich um das Trio Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt gehandelt.

Offenbar gibt es kein Interesse, sich mit dem mutmaßlich bis zu hundert Personen umfassenden Unterstützungsnetzwerk des NSU zu befassen, auf dessen Dimensionen die Nebenklage immer wieder hinwies. Einem Ausschnitt dieses Netzwerkes widmet sich die Broschüre „Unter den Teppich gekehrt!“ des Kulturbüros Sachsen. Zunächst wird die Flucht von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt nach Chemnitz und ihr späteres Untertauchen in Zwickau dargestellt. Herzstück der Broschüre sind die Kurzportraits der Nazi-Aktivist_innen Jan Werner, Antje Probst, Frank Fiedler, Susann Eminger, Hendrik Lasch, Mandy Struck, Thomas Starke und Ralf Marschner, die als zentrale Akteur_innen des sächsischen NSU-Unterstützungsnetzwerks vorgestellt werden. Abgerundet wird die Broschüre mit einem Artikel, der sich den Möglichkeiten und Grenzen der Aufklärung im NSU-Komplex beschäftigt. Trotz der Täter-Fokussierung geraten die Opfer und Betroffenen des NSU-Terrors nicht aus dem Blick. Bebildert ist die Broschüre mit Fotos, die die damaligen Tatorte der NSU-Morde und -Anschläge im Jahr 2017 zeigen. Die Broschüre leistet einen wichtigen Beitrag in der Auseinandersetzung mit dem NSU, die auch nach dem Prozess und den Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen noch lange nicht abgeschlossen ist.

Leider ist die Broschüre zur Zeit vergriffen, ein Nachdruck ist in Vorbereitung. News unter https://www.kulturbuero-sachsen.de

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