DO: Kurzfristig bewaffnet

Dortmund – Die Attacke von rund 400 Neonazis auf eine Demonstration des DGB am 1. Mai in Dortmund sei „offenbar keine spontane Aktion“ gewesen, sondern „eine – wenn auch kurzfristig – koordinierte und verabredete Tat“.

Diese Bewertung der Ermittlungsergebnisse gehe aus einem Bericht hervor, den NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) dem Innenausschuss des Landtags vorgelegt habe, berichtet die Westfälische Rundschau. Bei jenen knapp 300 Teilnehmern der „wenn auch kurzfristig koordinierten und verabredeten Tat“, die festgenommen werden konnten, fand die Polizei demnach Reizgas und Pfefferspraydosen, Quarzhandschuhe, Hieb- und Stichwaffen, acht Schießbecher für Signalmunition sowie zwei selbst gebaute pyrotechnische Rauchkörper. Ermittlungsverfahren seien gegen 405 Personen wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung und anderer Tatbestände eingeleitet worden: darunter 37 aus Dortmund, 207 aus dem weiteren NRW, 75 aus Thüringen, 21 aus Hessen, 20 aus Mecklenburg-Vorpommern und 17 aus Niedersachsen. Weitere zwölf Beschuldigte stammen dem WR-Bericht zufolge aus den Niederlanden und drei aus Bulgarien.

Zu den Rädelsführern der Aktion gehörte demnach Dennis Giemsch, der Anführer der „Autonomen Nationalisten“ in Dortmund, der gerade in diesen Tagen für Schlagzeilen sorgte, weil er sich offenbar die Gründung seines Internetversands, über den er neben Propagandamaterial auch Steinschleudern und Stahlkugeln vertrieben hat, von der Agentur für Arbeit mitfinanzieren ließ. (rr)

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