DO: Staatsknete für Stahlkugeln

Dortmund – Wie die „Lotta – antifaschistische Zeitung aus NRW“ in ihrer neuen Ausgabe berichtet, ist der neonazistische Dortmunder „Resistore-Versand“ mit Hilfe (halb)staatlicher Mittel aufgebaut worden.

Dennis Giemsch, der neben Propagandamaterialien und Szene-Bekleidung auch Waffen wie Steinschleudern und Stahlkugeln vertreibe, habe seinen Versandhandel dank einer dreijährigen Ich-AG-Förderung der Bundesagentur für Arbeit aufbauen können, heißt es in dem Bericht des Blattes. „Angesichts der Gewaltbereitschaft der Dortmunder Neonaziszene erscheint es besonders brisant, dass die Szene sich mit Unterstützung der öffentlichen Hand mit potenziell tödlichen Waffen ausstatten kann“, zitierte die Westfälische Rundschau (WR) Kerstin Wiedemann, die Sprecherin der Antifa Union Dortmund. Der Resistore-Betreiber ist dem WR-Bericht zufolge  nach Einschätzung des Dortmunder Polizeipräsidenten auch einer der Rädelsführer der Ausschreitungen am 1. Mai. Er soll zusammen mit einem weiteren Kumpanen die Neonazis im Hauptbahnhof per Handzeichen aufgerufen haben, in die Stadt zu ziehen. Anschließend hatte die Meute die DGB-Kundgebung am Platz der alten Synagoge in der Dortmunder Innenstadt überfallen.

Stahlkugeln, wie sie in Giemschs Shop angeboten werden, seien bereits gegen „Links” eingesetzt worden, meldet die WR: bei Attacken auf das Wahlkreisbüro von Ulla Jelpke, der Bundestagsabgeordneten von „Die Linke“. Offenbar, so Wiedemann, gebe es in der Stadt immer noch ein mangelndes Problembewusstsein. Die Agentur für Arbeit in Dortmund wollte gegenüber der WR zu den Vorwürfen aus Datenschutzgründen keine Stellungnahme abgeben.  (ts)

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