ME/D/E: Schrittweises Ende einer „pro”-Karriere?

Heiligenhaus/Essen – Ende einer Karriere in Diensten von „pro NRW“? Uwe Berger aus Heiligenhaus, Kreisvorsitzender in Mettmann/Düsseldorf, gab nun auch seine Aufgabe als Netzwerkadministrator der Rechtspopulistentruppe ab, nachdem er bereits beim Landesparteitag der extrem rechten „Bürgerbewegung“ Mitte Juni nicht mehr in den Vorstand gewählt worden war. „Pro NRW“-Oberbürgermeisterkandidat für Essen mag er auch nicht mehr sein.

Nach Lage der Dinge werden die „pro“-Gruppierungen bei der Kommunalwahl Ende August in Köln und den Kreisen rund um die Domstadt sowie in Essen und Gelsenkirchen antreten. Dazwischen klafft eine große Lücke: In Bergers Revier mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Kreis Mettmann lief wenig bis gar nichts. Organisatorische Unfähigkeit wurde ihm denn auch parteiintern vorgehalten. Hinzu kam eine ausgeprägte Egozentrik, die in manchmal skurril wirkenden Veröffentlichungen auf seiner Kreisverbands-Homepage ihren Niederschlag fand. Seine Hoffnung, wieder in den Landesvorstand gewählt zu werden, erwies sich beim Parteitag am 14. Juni in Gelsenkirchen jedenfalls als trügerisch.

Daraufhin geschah Merkwürdiges: Am Abend nach dem Parteitag war auf Bergers Homepage zu lesen, er habe „sämtliche Ämter abgelegt“. Der Autor des Textes beklagte sich, er sei „zum untersten Befehlsempfänger“ degradiert worden, der sich „zudem auch noch von eigenen Parteikollegen öffentlich bis tief ins Persönlichste hinein beschimpfen und beleidigen lassen musste“. Am Tag darauf aber folgte der Rücktritt vom Rücktritt: Die nach dem Parteitag veröffentlichten Meldungen auf seiner Homepage „stammten nicht von mir, sondern waren Teil einer besonders perfiden Hacker-Attacke“, klagte Berger. Und später schrieb er, er dürfe sich „weiterhin dem innersten Kreis der Partei zugehörig fühlen“. Stimmig erschien Bergers Hacker-Theorie seinerzeit nicht – zumal Details des behaupteten Angriffs auf seine Internetseite nicht stimmen konnten.

Nun also ganz offiziell folgt der Rückzug im Doppelpack. Berger gibt die technische Verantwortung für die Internetpräsenzen ab und lässt nebenbei noch wissen, dass er bereits im März seine Bereitschaft für die Oberbürgermeisterkandidatur in Essen zurückgezogen habe. Er wolle sich „künftig mehrheitlich mit dem Kreisverband meines Heimatortes befassen“, ließ er wissen. Wie lange er noch an dessen Spitze stehen wird? Seinen Erklärung unterzeichnete er schon einmal mit dem Zusatz: „derzeitiger Vorsitzender des pro NRW Kreisverbands Düsseldorf-Mettmann“. (ts)

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