OB: Braunes Comeback

Oberhausen – Einst war er führender Funktionär des neonazistischen „Komitees zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers“ (KAH) - inzwischen ist Jürgen Mosler ein wenig bescheidener geworden. Er gibt sich mit Oberhausener Stadtteilpolitik zufrieden.

Statt Jahrhundertfeiern oder andere runde Geburtstage des „Führers“ zu zelebrieren, will Mosler (Jahrgang 1955) bei der Kommunalwahl am 30. August auf dem Ticket der NPD in die Bezirksvertretung von Alt-Oberhausen einziehen und sich dort Bebauungsplänen und defekten Kanaldeckeln widmen. Er steht – hinter dem Kreisvorsitzenden Wolfgang Duda - auf Platz 2 der NPD-Liste für die Bezirksvertretung.

Mosler war bereits vor mehr als zweieinhalb Jahrzehnten in der Neonaziszene aktiv. Er gehörte in den 80er Jahren unter anderem der Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA), der Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF) und der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) an. Bei der ANS/NA fungierte er als „Bereichsleiter West“, bei der FAP als Generalsekretär.

In einem Gerichtsverfahren Mitte der 90er Jahre, in dem er wegen Fortführung der verbotenen ANS/NA zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde, erklärte er, seit 1990 nicht mehr in der Szene aktiv zu sein. Tatsächlich aber schrieb er ab 1998 als Autor in der „Nordischen Zeitung“ der von dem Hamburger Neonazi Jürgen Rieger geleiteten „Artgemeinschaft“ und nahm an NPD-Veranstaltungen teil. (ts)

Meta