DO/UN: Ex-"Buy or Die" wird Veranstaltungsort (korrigiert)

Dortmund – Daheim, im Kreis Unna, hatte Hans-Jochen Voß, Vorsitzender des regionalen NPD-Kreisverbands für Unna und Hamm, in diesem Jahr des Öfteren Schwierigkeiten, seine Veranstaltungen durchzuziehen. Einige Wirte mochten ihm von vornherein keine Räume überlassen, andere sprangen ab, nachdem sie erfahren hatten, wer sich bei ihnen einquartieren wollte. Auf der Suche nach Alternativen verfiel Voß gestern auf Dortmund als Veranstaltungsort.

In den Räumen des ehemaligen Neonaziladens „Buy or Die“ an der Rheinischen Straße fand am Freitagabend eine Veranstaltung der NPD statt. Als Ladenlokal können die Räume nicht mehr dienen, wohl aber als Treffpunkt der örtlichen Szene – und gestern auch als Treffpunkt von anderen Neonazis aus der direkten Nachbarschaft Dortmunds und aus Ostwestfalen. Immerhin bietet der Ex-„Buy or Die“ für Voß den unschätzbaren Vorteil, dass er dort garantiert nicht vor die Tür gesetzt wird, da er für die Neonazis der Ruhrgebietsstadt nach eigenem Bekunden regelmäßig gönnerhaft ins eigene Portemonnaie greift.

Völlig ungestört verlief der Abend für Voß und sein Publikum, das aus jüngeren „Autonomen Nationalisten“ ebenso wie aus älteren NPD-Anhängern bestand, allerdings nicht. Zwischen 35 und 40 Neonazigegner demonstrierten spontan in der Rheinischen Straße gegen die Veranstaltung im Ex-„Buy or Die“. (ts)

  • In der ersten Fassung dieser Meldung war die Rede davon, die NPD-Veranstaltung sei in den Räumen des ehemaligen Neonaziladens "Donnerschlag" durchgeführt worden. So berichtete auch die Polizei in einer Pressemitteilung gestern Abend. Tatsächlich fand sie zwei Häuser neben dem alten "Donnerschlag" statt, wo Dortmunder Neonazis von 2003 bis 2005 ihren "Buy or Die"-Laden betrieben.