AC: Neonazis wollen zweimal in Stolberg marschieren

Stolberg – Seit heute rühren Neonazis öffentlich die Werbetrommel für zwei Veranstaltungen der Szene Anfang April in Stolberg.

Seit dem Jahr 2008 demonstrieren Neonazis regelmäßig in der 58.000-Einwohner-Stadt in der Städteregion Aachen. Zum Anlass nehmen sie den gewaltsamen Tod eines 19-Jährigen vor zwei Jahren, von Neonazis als „Mord“ an einem Deutschen wegen dessen „Deutschtum“ dargestellt.

In diesem Jahr sind ein „Trauermarsch“ am Samstag, 3. April, sowie ein „Fackelmarsch“ am Vorabend geplant. Veranstalter ist wie im Vorjahr der Dürener NPD-Kreisvorsitzende Ingo Haller. Die Veranstaltungen würden von ihm „in Zusammenarbeit mit Axel Reitz sowie regionalen freien Kräften durchgeführt und von der NPD unterstützt“, teilte Haller mit.

Es handele sich ausdrücklich nicht um Partei- oder Wahlkampfveranstaltungen: „Auch die Landtagswahl 2010 wird thematisch keinerlei Rolle spielen“, versucht er, Sorgen „parteifreier“ Neonazis auszuräumen. Schon das Mitführen von Parteifahnen sei untersagt.

Im April 2008 kamen zu gleich drei Aufmärschen in Stolberg rund 160, dann 650 und schließlich 500 Neonazis. Im vorigen Jahr waren es bei der langfristig beworbenen Demonstration am 4. April 530 Teilnehmer. Haller hatte zudem kurzfristig für den 3. April zu einem Fackelmarsch aufgerufen, bei dem zwischen 80 und 90 Neonazis gezählt wurden.

Diesmal soll die Teilnehmerzahl steigen. „Nicht nur im Rheinland und Westfalen, sondern auch auf größeren Versammlungen in ganz Deutschland werden erste Flugblätter mit dem offiziellen Veranstaltungsaufruf verbreitet werden“, kündigte Haller an. (ts)

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