LEV: Beisicht jubelt: „Integrationsrat dank pro NRW handlungsunfähig“

Leverkusen – „Beisicht verhindert die Wiederwahl des SPD-Quotenmigranten Jannis Goudoulakis zum Vorsitzenden des Leverkusener Integrationsrates“, titelte die Leverkusener Filiale von „pro NRW“ vor drei Wochen. Die Angelegenheit erlebt jetzt ihre Fortsetzung.

Mit der knappen Mehrheit von 16 zu 15 Stimmen war seinerzeit Serkan Kaygisiz zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden. Und Beisicht hatte triumphiert, dass ausgerechnet seine Stimme dabei den Ausschlag gegeben habe. Goudoulakis habe in der Vergangenheit unzählige Kampagnen gegen „pro NRW“ mit organisiert. „Hierfür hat er jetzt die verdiente Quittung erhalten.“  (/nrwrex/2010/03/lev-beisicht-endlich-einmal-wichtig)

Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Integrationsrats, Fatma Kisikyol und Sam-Kofi Nyantakyi, traten nun am Dienstagabend in der zweiten Sitzung des Gremiums zurück. Ihnen missfällt, dass der neue Vorsitzende mit der Stimme desjenigen gewählt worden sei, der den Integrationsrat ablehne. In einer Sondersitzung soll jetzt über das weitere Vorgehen beraten werden. Dezernent Frank Stein plädierte einem Bericht des Stadtanzeigers zufolge für Augenmaß in der Auseinandersetzung: Bislang habe der Integrationsrat sehr gute Arbeit geleistet, Leverkusen habe Vorzeigecharakter.

Die Truppe um Beisicht & Co. jubelt derweil: „Integrationsrat dank pro NRW zerstritten und handlungsunfähig“, heißt es auf der Homepage des Landesverbandes. Und Beisicht selbst wird mit den Worten zitiert: „Es ist nunmehr außerordentlich erfreulich, dass das Gremium, dank meiner konstruktiven Mitarbeit, kaum mehr handlungsfähig ist.“

Inhaltlich unverändert, aber mit einer modifizierten Überschrift erschien dieser Text über die Sitzung des Integrationsrats auch auf der Homepage der Leverkusener Filiale der Rechtspopulisten. Dort heißt es im Titel lediglich „Integrationsrat zerstritten und handlungsunfähig“. Auf einen Hinweis darauf, dass dies „pro NRW“ zu „verdanken“ ist, wird dort verzichtet.

Ob das vielleicht für die Einsicht bei dem einen oder der anderen sprechen könnte, dass es kein Beleg für die behauptete Seriosität einer „Bürgerbewegung“ ist, wenn ein Gremium „dank“ der Mitarbeit ihres Vorsitzenden „kaum mehr handlungsfähig“ sein soll, ist nicht bekannt. (ts)