DO/BO/E: NPD weiter antiislamisch unterwegs

Dortmund/Bochum/Essen – Auch nach der Wahlpleite vom 9. Mai und einer missratenen Wahlkampagne, die sich nicht zuletzt gegen „pro NRW“ richtete, will die nordrhein-westfälische NPD offenbar weiter einen eher rechtspopulistischen, antiislamischen Kurs propagieren, der zumindest im Ruhrgebiet für die neue Konkurrenz im Lager der extremen Rechten keinen Platz lassen soll.

Bei der Landtagswahl vor zwei Wochen hatte die NPD damit landesweit keinen Erfolg gehabt. „Pro NRW“ erntete mit einer Kampagne gegen den Islam und gegen den Bau von Moscheen fast doppelt so viele Stimmen wie die weithin neonazistisch geprägte NPD, obwohl die sich plötzlich nicht mehr als radikale Alternative zum „System“ verstanden wissen wollte, sondern – verbal weichgespült – als „soziale Heimatpartei“. 

Dennoch: Als sich die Ruhrgebiets-Stadtverordneten der NPD, Axel Thieme aus Dortmund, Claus Cremer aus Bochum und Marcel Haliti aus Essen, jetzt trafen, um „die zukünftige Arbeit weiter zu intensivieren und abzustimmen“, fiel ihnen für ihre „städteübergreifende Initiativen“ nichts ein, was nicht auch bei „pro NRW“ vorgedacht worden sein könnte.

Eine erste „gemeinsame Kampagne der NPD in den Räten von Dortmund, Bochum und Essen“ soll unter dem Motto „Das Ruhrgebiet muß deutsch bleiben!“ stehen. Geplant seien „Aktivitäten gegen die Überfremdung und planmäßige Islamisierung unserer Heimat“, so hieß es nach jenem Treffen. Konkret vorgesehen seien „Aktionen in Essen gegen den geplanten Islamunterricht an einer staatlichen Schule, in Wattenscheid gegen die sog. Bunkermoschee und in Dortmund-Hörde gegen den geplanten Neubau einer Moschee“. (ts)

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