Nebenbei: Rechter Luft(wahl)kampf über NRW

Düsseldorf – Den Wettstreit der Pferdestärken am Boden dürfte die NPD verloren haben. Ihr „Flaggschiff“ genanntes Wahlkampf-Wohnmobil, das dieser Tage durch NRW kurvt, bleibt PS-technisch gesehen deutlich hinter dem Tourbus von „pro NRW“ zurück, mit dem Patrik Brinkmann seinen „Kreuzzug“ gegen den Islam und für die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ startete. Doch jetzt wird der Wahlkampf der beiden extrem rechten Parteien auch in der Luft ausgetragen.

Markus Beisichts „pro NRW“-Truppe teilte früh am Dienstag mit, die Brinkmannsche Tour per Bus erhalte nun „Luftunterstützung“: Ein „Bannerflugzeug“ werde „die meisten Kundgebungsorte der Brinkmann-Tour zeitgleich zu den am Boden stattfindenden Aktivitäten überfliegen“.

Zwar wurde das Flugzeug zum Beispiel bei dem missratenen „pro NRW“-Auftritt am späten Dienstagnachmittag über der Dortmunder Innenstadt nicht gesichtet, doch die „Bürgerbewegung“ fügte ihrer Mitteilung ein Foto bei – wohl als Beweis, dass es die Maschine samt Banner („Linkstrend stoppen – pro NRW wählen“) wirklich gibt und diese Aktion nicht zu den bloß imaginären Aktivitäten zählt, mit denen Beisicht & Co. zuweilen zu glänzen versuchen. „150.000 Sichtkontakte pro Stunde“ weise das dem Flugzeug angehängte Banner in Ballungsgebieten auf, protzt „pro NRW“.

Auf möglichst viele „Sichtkontakte“ legt auch die NPD wert, die „bis zum Wahlwochenende“ ebenfalls jeden Tag ein Flugzeug in den Himmel zwischen Rhein und Ruhr starten lassen will, angehängt das Banner: „Wählt NPD“. Am heutigen Mittwoch soll die Maschine vor allem über dem Ruhrgebiet, aber auch über Köln und Mönchengladbach kreisen.

Für die am Boden verbliebene, wehrlose Wahlbevölkerung bleibt die Hoffnung, dass sich „pro“- und NPD-Wahlkämpfer mit „Sichtkontakten“ begnügen und nicht auch noch den „Feindkontakt“ am Himmel suchen. Und für die berufsmäßigen Beobachter des Wahlkampfs der extremen Rechten stellt sich die Frage, ob „pro NRW“ und NPD nach der Auseinandersetzung am Boden und in der Luft bis zum 9. Mai womöglich auch noch ihre maritimen Einheiten auf Rhein und Ruhr in Stellung bringen... (rr)

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