BRD: „Pro“-Sponsor Patrik Brinkmann gibt sich eher knausrig

Berlin/Köln – Siebenstellige Euro-Summen glaubten die Funktionäre von „pro NRW“ und „pro Deutschland“ dank Patrik Brinkmann in ihren Wahlkämpfen ausgeben zu können. Geblieben ist von diesen Hoffnungen nichts.

Auf so einen wie ihn hatte „pro NRW“ gewartet. Mit einem Leuchten in den Augen hatten die Rechtspopulisten Patrik Brinkmann Anfang des Jahres in ihren Reihen willkommen geheißen. Fünf Millionen Euro, so kündigte der schwedische Unternehmer an, wolle er in den Landtagswahlkampf von „pro NRW“ stecken*.

Mit einer solchen – angeblichen – Finanzkraft im Rücken zogen die Rechtspopulisten los, kündigten an, in Köln für mehr als eine Million Euro den Lutherturm kaufen zu wollen, um dort ein „Zentrum gegen Islamisierung“ einrichten zu wollen**. In Duisburg sollte es gleich ein ganzer Gebäudekomplex sein. Kosten: zehn Millionen Euro, erforderliches Eigenkapital: zwei Millionen Euro, die Brinkmann übernehmen könne***. Aus alldem wurde nichts. Die Ankündigungen dienten lediglich der Schlagzeilenproduktion im Vorfeld der Landtagswahl.

Aber wenigstens einen – im „pro“-Jargon – fulminanten Wahlkampf sollte der angeblich so spendable Schwede finanzieren. Nach allem was man den Verlautbarungen von „pro NRW“-Funktionären entnehmen kann flossen am Ende aber lediglich 100.000 Euro – als Darlehen. Wie teuer im Gegenzug Brinkmanns Lieblingsprojekt war, ist nicht bekannt: Per Tourbus bereiste er eine Woche lang NRW von Ostwestfalen bis in die Landeshauptstadt und beschränkte sich als Hoffnungsträger der Rechtspopulisten bei dem einen oder anderen Zwischenstopp der als „Kreuzzug“ gegen den Islam verstandenen Tournee darauf, nur kurz aus dem Bus zu steigen, um vor einem imaginären Publikum eine Bibel zu schwenken****.

Auch in Berlin, wo Brinkmann für „pro Deutschland“ in den Ring steigen wollte, wiederholte sich das Schauspiel: vollmundige Ankündigungen und wenig Substanz. Er habe für den Wahlkampf zum Abgeordnetenhaus „recht konkrete Zusagen im solide sechs- bis siebenstelligen Bereich gemacht“, berichtete „pro D“-Chef Manfred Rouhs Anfang des Jahres und diente dem Schweden gleich den Vorsitz seiner angeblichen „Bürgerbewegung“ an*****. Ein paar Monate später war nur noch von 600.000 Euro die Rede, die Brinkmann in Aussicht gestellt haben sollte. Doch inzwischen bettelt Rouhs um Kleinspenden und darum, doch Daueraufträge für den Wahlkampf der Rechtspopulisten einzurichten******.

Gesichert scheint derzeit nur, dass 100.000 Euro von Brinkmann an „pro Deutschland“ fließen – und das nur indirekt und noch nicht in diesem Jahr. Rouhs verriet dem rechten Wochenblatt „Junge Freiheit“ (JF) in dieser Woche, der Schwede habe jenes 100.000-Euro-Darlehen, das er „pro NRW“ gewährt habe, inzwischen „pro Deutschland“ überschrieben. Markus Beisichts „pro NRW“ muss also diese Summe an Manfred Rouhs’ „pro Deutschland“ überweisen. Doch das funktioniert offenbar nur per Ratenzahlung, wobei laut Rouhs die erste Rate erst im nächsten Jahr fällig wird. Brinkmann werde im Gegenzug dafür die entsprechenden Spendenbescheinigungen erhalten.

Verglichen mit den vollmundigen Ankündigungen wirkt dieser Geldfluss eher sehr bescheiden. Aber immerhin würde „pro Deutschland“ unterm Strich finanziell besser abschneiden als jene Parteien, bei denen Brinkmann zuvor sein Glück versucht hatte.

Die NPD wartete laut „Junger Freiheit“ ******* vergeblich auf seine angekündigte 60.000-Euro-Spende für den Landtagswahlkampf in Niedersachsen und musste sich ebenfalls mit Darlehen bescheiden. Bei der DVU habe er den Wahlkampf in Brandenburg mitfinanzieren wollen, meldete das Blatt. Am Ende, so berichtete der DVU-Chef Matthias Faust, flossen für einen anderen Zweck lediglich 2000 Euro in die Kasse der „Deutschen Volksunion“. Der Dauer-„Sponsor“ der extremen Rechten erweist sich als dauerhaft knausrig. (ts)

  • Für den heutigen Samstag hat „pro NRW“ einen Auftritt Brinkmanns bei einer Kundgebung der „Bürgerbewegung“ in Dortmund angekündigt. Eine Grundsatzrede soll er halten. Über den Verlauf der Veranstaltung – und über die Frage, ob Brinkmann tatsächlich daran teilgenommen hat******** – wird an dieser Stelle am frühen Abend berichtet.

* /nrwrex/2010/01/presseschau-f-nf-millionen-euro-von-brinkmann

** /nrwrex/2010/01/k-pro-brinkmann-denkt-ber-kauf-von-lutherturm-nach

*** /nrwrex/2010/02/du-pro-nrw-giert-nach-neuen-schlagzeilen

**** http://www.bnr.de/content/ae-kreuzzug-ae-mit-dem-bus

***** /nrwrex/2010/03/brd-ist-pro-deutschland-k-uflich

******/nrwrex/2010/07/brd-pro-deutschland-will-auch-nach-hamburg-und-niedersachsen

*******/nrwrex/2010/02/nrw-pro-sponsor-brinkmann-mag-die-junge-freiheit-nicht-mehr-lesen

******** /nrwrex/2010/07/do-kommt-kreuzritter-brinkmann-diesmal