K/B: „Pro Deutschland“-Chef Rouhs will sein Amt schon wieder abgeben – diesmal an Sarrazin

Köln/Berlin – Die extreme Rechte der Republik ist begeistert: Endlich, so dünkt es ihren Wortführern, stimmt einer aus dem Establishment der Republik Töne an, die sonst nur von ihnen zu hören sind. Das Ganze in einem Verlagshaus, das einen guten Ruf hat(te), und millionenfach ins Land getragen durch die Bild-Zeitung.

„Hier hat jemand ein regelrechtes NPD-Buch geschrieben, das die Deutschen zum politischen und zivilen Widerstand gegen Landraub und Überfremdung aufruft“, jubelt der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel angesichts der Vorabveröffentlichungen aus Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“.*

In den Chor der Begeisterten stimmt erwartungsgemäß inzwischen auch der „pro Deutschland“-Vorsitzende Manfred Rouhs ein: „Mit ihm an der Spitze ließe sich das Parteiengefüge mühelos aufrollen.“ Das Kölner Stadtratsmitglied dient dem Bundesbanker auch gleich den Chefsessel seiner selbst ernannten „Bürgerbewegung“ an. Falls sich Sarrazin entscheide, die Aufnahme bei „pro Deutschland“ zu beantragen, würde man unverzüglich eine Bundesversammlung durchführen. Rouhs: „Ich würde vom Bundesvorsitz zurücktreten und Sarrazin für dieses Amt vorschlagen.“ Er sei der richtige Mann, um das von Demoskopen veranschlagte Wählerpotenzial von etwa 20 Prozent rechts der Union vollständig zu erschließen.

Verlinkt ist Rouhs’ Liebeswerben mit dem Aufnahmeantrag der „Bürgerbewegung“. Ein Klick – und Sarrazin erschlösse sich eine völlig neue Karriereperspektive... (ts)

* Zu Sarrazins Buch und zur Gansel-Reaktion auf die Veröffentlichungen siehe auch den NPD-Blog-Beitrag „Wird Sarrazin der deutsche Wilders?“: http://npd-blog.info/2010/08/24/sarrazin-wilders-npd/

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