WAF: Ahlens „Autonome Nationalisten“ und die „neue“ NPD

Ahlen – Große Hoffnungen auf die Arbeit extrem rechter Parteien setzen „Autonome Nationalisten“ nicht. Ihr Metier ist der „Kampf um die Straße“, nicht der um die Parlamente. Nur wenige Stellungnahmen gibt es daher auch aus diesem Bereich des Neonazismus zu den Fusionsplänen von NPD und DVU. Zu den Gruppen, die sich zum Thema äußern, gehören die „Autonomen Nationalisten Ahlen“.

Wer glaube, dass „nur Aufgrund einer Fusion zweier ,Rechtsparteien’, ein wesentlich besseres Wahlergebnis erzielt werden kann, der irrt“, notieren sie. Die DVU sei „im Vorfeld des Zusammenschlusses bereits ein kaum nennenswertes Licht am politischen Himmel“ gewesen. „Es ist fraglich, ob die neu aufkommende Euphorie einiger Parteimitglieder nicht in einer bitteren Enttäuschung endet“, schreiben sie in ihrem Text, wobei sie der Logik ihrer Argumentation folgend eine solche Entwicklung wohl eher für „möglich“ oder gar „wahrscheinlich“ halten und nicht nur für „fraglich“.

Zwar scheine „der Zuwachs an neuen Mitgliedern durch den Zusammenschluss vielversprechend zu wirken“, meinen die ANs aus Ahlen. „Doch selbst wenn bei kommenden Wahlen das gelingt, was bisher nicht erreicht werden konnte, nämlich ein deutschlandweiter, flächendeckender Wahlkampf, kann bezweifelt werden, ob dieser für ein zufriedenstellendes Wahlergebnis ausreicht.“

Offenkundig wird das Desinteresse der Rechts-„Autonomen“ an der Arbeit von Parteien in jenem mit Fehlern gespickten Part des Textes, in dem sie das Ergebnis der Mitgliederbefragungen von NPD und DVU referieren. So behaupten sie: „Die NPD befragte rund 2000 Parteiangehörige, die repräsentativ für die gesamte Mitgliedschaft abstimmten.“ Tatsächlich hatte die NPD nicht 2000 Fragebögen verschickt, sondern nach eigenen Angaben rund 7000 an alle Mitglieder, von denen wiederum knapp 2000 geantwortet haben sollen. Sachlich gleich doppelt falsch ist auch der folgende Satz: „92,47 % der Befragten in der NPD antworteten auf die Frage, ob sie eine Fusion mit der DVU befürworten, wenn der NPD daraus keine Nachteile entstehen, mit einem ,JA’.“ Zum einen bezieht sich die Prozentangabe nicht auf die Befragten, sondern auf die, die antworteten. Zum anderen hatte die Partei nicht danach gefragt, wer die Fusion befürworte, „wenn der NPD daraus keine Nachteile entstehen“. Statt dessen hatte die Frage geheißen: „Halten Sie eine Vereinigung von NPD und DVU für sinnvoll, sofern der NPD daraus keine neuen Schulden entstehen?“

Auch beim Ergebnis der Befragung in der DVU verwechseln die Ahlener ANs Befragte und Antwortende und geben zudem das Prozentergebnis falsch an. Falsch ist auch die Aussage: „Ebenfalls eindeutig wurde über die Frage abgestimmt, ob der Parteiname geändert werden solle. Eine große Mehrheit sprach sich für die Beibehaltung des jetzigen Parteinamen (NPD) aus.“ Richtig ist, dass eine breite Mehrheit bei der NPD für den alten Namen votierte. Bei der DVU hingegen hatte eine ebenso breite Mehrheit für einen neuen Namen gestimmt und damit ganz sicher nicht NPD gemeint.

Immerhin haben die Ahlener ANs verstanden, dass es nicht um eine Fusion gleichberechtigter Partner geht: Der „,neuen’ NPD“ wünschen sie dann doch „alles Gute und viel Erfolg“. (ts)

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