DN: Ingo Haller nicht mehr im NPD-Landesvorstand?

Düren – Der Dürener NPD-Kreisvorsitzende Ingo Haller, Vertreter des klar neonazistisch orientierten Flügels in der Partei, wird auf der Homepage der NRW-NPD nicht mehr als Mitglied des Landesvorstands geführt.

Offiziell mitgeteilt haben weder der Landesverband noch der Dürener Kreisverband, dass Haller aus dem Gremium ausgeschieden ist. Allerdings war bereits Mitte Juli deutlich geworden, wie tief der Graben im Landesvorstand geworden war. Haller hatte seinen Kollegen vorgeworfen, in der innerparteilichen Auseinandersetzung Zensur auszuüben, und dies mit „Stasi-Methoden und Meinungsdiktaturen“ verglichen.* Haller war vor zwei Jahren in den Landesvorstand gewählt worden. Dort fungierte er als stellvertretender Organisationsleiter.

Kurz vor dem Landesparteitag, bei dem auch der Vorstand neu gewählt werden muss, deutet sich ein Richtungskampf innerhalb der NRW-NPD an: auf der einen Seite die NS-Hardliner, für die Haller beispielhaft steht und die auf eine möglichst enge und unterschiedslose Zusammenarbeit mit Neonazi-Kameradschaften setzen, auf der anderen Seite jene Teile der Partei, die mit einer gemäßigteren Außendarstellung bei den Wählern punkten wollen.

Für Wirbel vor dem Parteitag sorgte auch der Austritt des Ennepetaler Stadtverordneten Andre Hüsgen.** Dessen Verhalten nannte ein führender Funktionär aus dem Nachbarkreisverband im Märkischen Kreis inzwischen „ziemlich charakterlos“ und eine „herbe Enttäuschung“. (ts)

*/nrwrex/2010/07/dn-haller-attestiert-npd-landesvorstand-stasi-methoden

** /nrwrex/2010/09/en-ennepetaler-stadtrat-verl-sst-die-npd

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