EN: NPD umschleimt ausgetretenen Stadtverordneten Hüsgen – und will vor allem das Ratsmandat zurück

Ennepetal – Die NPD im Ennepe-Ruhr-Kreis hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der aus der Partei ausgetretene Ennepetaler Stadtverordnete Andre Hüsgen* sein Ratsmandat doch noch auf- und an die NPD zurückgibt. Sein Nachfolger wäre in diesem Fall als Zweiter auf der NPD-Reserveliste Mirco Müller (Jahrgang 1985).

Der NPD-Kreisverband Ennepe-Ruhr/Wuppertal erklärte am Samstag nebulös, Hüsgen habe die NPD wegen „unüberbrückbarer Differenzen im organisatorischen Bereich“ verlassen. Thorsten Crämer aus Schwelm, auf dem Papier nur Kreisschatzmeister, tatsächlich aber die treibende Kraft des Kreisverbandes, veröffentlichte eine in sehr freundlichem Ton gehaltene Stellungnahme zu Hüsgens Parteiaustritt. Crämer: „Wir bedauern Andrés Schritt sehr, zumal ich ihn seit zehn Jahren kenne, aber er war wohl angesichts der Entwicklung der letzten Monate für beide Seiten die beste Lösung.“ (Fehler im Original.)

Hüsgen habe sich „immer als untadeliger, korrekter und moralisch einwandfreier Abgeordneter und Parteikamerad erwiesen“, schreibt Crämer. Es sei daher davon auszugehen, „dass er auch sein Mandat im Rat der Stadt Ennepetal nicht mehr wahrnehmen wird, da er dies bei der Kommunalwahl 2009 nicht als direkt gewählter Abgeordneter, sondern über die NPD-Liste erlangt hat. Alles andere wäre deshalb Betrug am Wähler und würde Andrés seriöser Arbeitsweise überhaupt nicht entsprechen“. Ebenso halte er „kolportierte Meldungen über eine mögliche gemeinsame Fraktion mit dem ,Linke’-Ratsherrn Wilhelm Völlmecke für falsch“, schreibt Crämer. Abschließend dankt der Kreisverband Hüsgen „für die geleistete Arbeit in Stadtrat und Partei“ und wünscht ihm „privat und beruflich für die Zukunft alles Gute“.

Weniger freundlich ist der Umgangston in einem extrem rechten Forum, das den Fall aufgriff. Dort nannte ein führender Funktionär aus dem Nachbarkreisverband der NPD im Märkischen Kreis – vermutet werden darf, dass es sich dabei um Timo Pradel aus Iserlohn handelt – Hüsgens Verhalten „ziemlich charakterlos“ und eine „herbe Enttäuschung“. Der Autor „Andre Ennepetal“ drohte daraufhin: „Lieber Timo, über Charakterlosigkeiten und Enttäuschungen könnte ich mittlerweile ein ganzes Buch schreiben. Fang es besser erst gar nicht an!“ (ts)

* /nrwrex/2010/09/en-ennepetaler-stadtrat-verl-sst-die-npd

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