Presseschau: Tödlicher Hass – 137 Todesopfer rechter Gewalt

Berlin – Von 1990 bis heute haben nach Recherchen des Berliner Tagesspiegels und der Zeit mindestens 137 Menschen ihr Leben durch Angriffe rechter Täter verloren. Die Polizei führt lediglich 47 Tote in ihrer Statistik.

Mit der Veröffentlichung einer Liste soll versucht werden, den vielen kaum bekannten Opfern ein Gesicht zu geben und öffentlich anzuerkennen, dass sie nicht Opfer eines „normalen“ Gewaltverbrechens wurden. Beim Tagesspiegel ist der Beitrag hier zu finden:

http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/137-todesopfer-rechter-gewalt/1934424.html?view=print

In den 20 Jahren seit der Wiedervereinigung haben Polizei und Justiz nach den Recherchen beider Zeitungen viele Tötungsverbrechen als unpolitisch gewertet, die rechtsextreme Hintergründe hatten. In der offiziellen Statistik fehlt zum Beispiel der Fall des Neonazis Thomas A., der 2003 in Overath den Anwalt Hartmut Nickel, seine Frau Mechthild Bucksteeg und Nickels Tochter Alja erschoss. Der Ex-Söldner sah sich als SS-Mann und prahlte nach der Tat: „Es ist jetzt Krieg.“ Zum Beitrag über „verschwundene Opfer“:

http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/verschwundene-opfer/1933668.html

Bei einigen Fällen liege eine rechte Tatmotivation zwar nahe, die Belege würden dafür aber nicht ausreichen. Der Tagesspiegel nennt drei Fälle aus NRW: der Mord an Bruno Kappi im Dezember 1992 in Siegen, der Fall eines 44-jähriger Mann, der am 1. Juli 2005 in Essen von zwei Skinheads zusammengeschlagen wurde und zwei Tage später starb, und schließlich der 27-jährige Sven M., der in der Nacht zum 14. Mai 2010 in Hemer erstochen wurde. Zum Tagesspiegel-Bericht über die „Verdachtsfälle“:

http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/14-verdachtsfaelle/1933906.html

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