BO: NPD gegen freiwillige Rückgabe von Waffen

Bochum – Der Bochumer Stadtrat hat an die Bürger appelliert, Waffen freiwillig abzugeben. Die NPD findet das gar nicht gut.

In den vergangenen Jahren sei es leider immer wieder zu missbräuchlicher Nutzung von Waffen (zum Beispiel bei Amokläufen) gekommen, zum Teil mit entsetzlichen Folgen, heißt es in dem Appell des Stadtrats. Er will die Bürger zurr freiwilligen Rückgabe von Waffen bewegen. In Bochum seien rund 55.000 Schusswaffen registriert. Doch nicht alle Waffen, die rechtmäßig gelagert werden, würden auch regelmäßig benutzt. Daher appelliere der Rat an alle, die solche Waffen besitzen, diese freiwillig abzugeben. Oft befänden sich Waffen im Privatbesitz, weil der Eigentümer Jäger, Sportschütze oder Sammler sei. Wenn dieses Hobby nicht mehr ausgeübt wird oder ausgeübt werden kann, sollten die Waffen abgegeben werden, so Bochums Stadtrat. Jede abgegebene Waffe verringere die Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung.

Einen Tag nach der Veröffentlichung des Appells beeilte sich die NPD, klarzustellen, dass sie die Erklärung im Stadtrat nicht unterstützt habe. Nicht die Waffen hätten Menschen getötet haben, „sondern Einzelpersonen welche die Waffen (zum Teil rechtwidrig) führten“. Die NPD halte die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger für selbstständig genug, um verantwortungsvoll mit Waffen umzugehen. „Verbote dienen in diesem Zusammenhang lediglich der weiteren Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte und werden von uns kategorisch abgelehnt“, meint die NPD und übersieht dabei nebenbei auch, dass es bei dem Appell nicht um ein Verbot ging. Die NPD hat aber noch ein weiteres „Argument“ dafür, Waffen nicht abzugeben: „Betrachtet man die derzeitige Situation in unserem Land stellt sich zudem die Frage, ob Waffen nicht auch für einen gewissen Selbstschutz notwendig sein könnten, um nicht selbst als wehrloses Opfer zu enden.“ (ts)

Meta