DN/AC: Haller befürchtet „Verbürgerlichung“ bei der NPD

Düren/Aachen – In der NPD sind sie nicht mehr wohlgelitten. Und auch nicht wenige „parteifreie“ Neonazis achten auf Abstand zum ehemaligen Dürener NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller und seinem Ex-Stellvertreter Rene Laube. Bei den belgischen Neonazis von der „Nieuw-Solidaristisch Alternatief“ (N-SA) können sie sich aber noch wohlfühlen.

Wie Laube jetzt berichtete, trat Haller bereits vor einer Woche bei einem Kongress der N-SA in der Nähe von Antwerpen auf. Vor den angeblich rund 100 Gästen ging Haller unter anderem auf den aktuellen Streit innerhalb der nordrhein-westfälischen NPD ein. Die „flämischen Kameraden“ seien über Hallers Schilderung alles andere als überrascht gewesen, heißt es in Laubes Veranstaltungsbericht. „Schließlich hatten die Organisatoren des Kongresses wiederholt schriftlich und telefonisch versucht Claus Cremer ebenfalls als Redner einzuladen, ohne dass daraufhin irgend eine Reaktion von Cremer oder der NPD NRW erfolgt wäre.“ Ein solches Verhalten sei leider „alles andere als eine Seltenheit“, wie Haller anhand zahlreicher Beispiele aus seinem eigenem Erleben verdeutlicht habe.

Der N-SA und der neugegründeten belgischen Nationaldemokratischen Partei (NDP) habe Haller zugesagt, dass „man nach Rücksprache mit Freien Kräften und Parteigliederungen aus dem Rheinland“ den kommenden Kommunalwahlkampf der NDP unterstützen werde.

Kritik übten die in Antwerpen versammelten Neonazis an der Fusion von NPD und DVU. Laube zitiert Haller mit den Worten, „viele ausländische Kameraden“ würden sich „die Frage stellen, warum in Teilen der NPD ein Richtungswechsel vollzogen wird, der eine Verbürgerlichung und Verwässerung der klaren und deutlichen Positionen befürchten lässt. Besonders der geplante Zusammenschluss mit dem reaktionären Polit-Kadaver DVU stößt auf Unverständnis aber auch auf die Besorgnis, aus der NPD werde sich langfristig eine Art deutscher Vlaams Belang oder ein Abklatsch der FPÖ entwickeln“. (ts)

  • Mehr zu Hallers Auftritt in Belgien gibt’s bei „Klarmanns Welt“:

http://klarmann.blogsport.de/2010/11/06/rechts-stadt-und-kreis-dueren-finanzieren-naziaufmaersche-in-stolberg/#more-2536

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