HSK: Mal vergessen, mal unvergessen

Winterberg – Womöglich ließe sich von einem Freud’schen Verschreiber sprechen: „Kameraden, unvergessen seid ihr nicht“, hieß es bis heute Morgen auf einer Internetseite hessischer Neonazis, die an den Tod dreier nordrhein-westfälischer „Kameraden“ vor ziemlich genau 13 Jahren erinnert.

Inzwischen ist der Lapsus ausgebügelt, und den 1997 bei einem Unfall ums Leben gekommenen Neonazis Andre Zimmermann (Winterberg), Thomas Kubiak (Winterberg-Züschen) und Harald Theodor Mehr (Lüdenscheid) wird nunmehr zugerufen, sie seien eben doch nicht vergessen.

Doch die Erinnerung an die drei – Zimmermann und Kubiak waren in den 90er Jahren die führenden Vertreter der „Sauerländer Aktionsfront“ (SAF), Mehr war Mitbegründer des neonazistischen „Donner-Versands“ in Lüdenscheid – ist in der Szene verblasst. In den ersten Jahren nach ihrem Tod pilgerten jeweils Ende November größere Gruppen von Neonazis vor allem aus dem Ruhrgebiet zu den Friedhöfen in Winterberg und Lüdenscheid, wo sie begraben sind. In den letzten Jahren wurden vergleichbare Aktivitäten nicht mehr bekannt.

Daran dürfte sich auch in der Zukunft nichts dadurch ändern, dass jene Internetseite aus Hessen noch einmal die Mär aufwärmt, jener Unfall, bei dem Zimmermann, Kubiak und Mehr ums Leben kamen, sei „mysteriös“ gewesen. In der Vergangenheit hatten Neonazis sogar behauptet, sei seien „von dem Feind ermordet“ worden. Die drei waren in einer Novembernacht des Jahres 1997 mit ihrem Wagen auf der Autobahn bei Vechta mit Tempo 140 ungebremst auf einen liegengebliebenen, unbeleuchteten Sattelzug aufgefahren. (ts)