NRW: „Pro“ will FDP beerben

Leverkusen – Die FDP blickt derzeit nach jeder neuen Meinungsumfrage in den Abgrund. Da müsste doch im liberal-freiheitlichen Wählerpotenzial für „pro NRW“ etwas zu holen sein, denkt man sich bei der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ und schickt einen an die Front, der im Unterschied zur „pro“-Führungsriege um Markus Beisicht und Markus Wiener mehr zu Papier bringen kann als nur Floskelhaftes.

Andreas Molau, ehemals Kandidat für den NPD-Vorsitz und später Öffentlichkeitsarbeiter der DVU, ehe er zu „pro NRW“ wechselte, wirbt heute auf der Internetseite der Rechtspopulisten für die „Pro-Bewegung als freiheitliche Alternative zur FDP“. Die FDP sei überflüssig geworden, meint er, „so wie in Österreich die FPÖ, bevor diese von Jörg Haider übernommen worden war, überflüssig gewesen ist“.

Obwohl Westerwelles Partei in der Regierung tätig sei, gebe es „weiterhin einen völlig undifferenzierten und überbordenden Sozialstaat, weiter weniger Freiheit und mehr Sozialismus, weiter weniger Netto vom Brutto, weiter mehr Bürokratie“, schimpft er. Besonders übel nimmt Molau den Liberalen – eine Bezeichnung, die er in seinem Text in An- und Abführungszeichen setzt – den Vorstoß, verstärkt Fachkräfte im Ausland anzuwerben.

Deutschland brauche stattdessen „freiheitliche Politik, die gleichzeitig die Politik einer sozialen Heimatpartei ist, wie dies die FPÖ sehr erfolgreich vormacht“. Ein FDP-Mitglied, von dem Molau denkt, er wäre auf dem richtigen Weg gewesen, nennt der „pro“-Öffentlichkeitsarbeiter namentlich: Jürgen W. Möllemann, der 2003 bei einem Fallschirmsprung ums Leben kam. Als dessen politischen Erben sieht er seine Rechtspopulistentruppe.

Wie sich diese Vorbildrolle Möllemanns mit dessen Neigung vertragen soll, auch mit antisemitischen Sprüchen im Wählervolk punkten zu wollen, während doch „pro NRW“ zumindest parteioffiziell dem Antisemitismus eine Absage erteilt, ist nicht bekannt. Nicht bekannt ist auch, wie sich das Saubermann-Image, um das sich „pro NRW“ bemüht, mit dem Finanzgebaren des FDP-Landesvorsitzenden Möllemann vereinbaren lässt: Unter falschen Namen hatte er zwischen 1996 und 2002 Spenden in die Parteikasse geschleust. Die FDP kostete das später eine Strafzahlung von 4,3 Millionen Euro. (ts)

  • Mehr zu Andreas Molau gibt es unter anderem hier:

http://npd-blog.info/2010/09/23/andreas-molau-ausgeschlossen-gescheitert-uberschatzt/

und hier:

/nrwrex/2010/09/k-pro-nrw-und-andreas-molaus-humanistisches-menschenbild

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