EN: „Pro NRW“-Stadtrat will sich in Integrationsrat wählen lassen

Ennepetal – In Ennepetal wird am 27. März ein Integrationsrat gewählt. Auf den Stimmzetteln wird voraussichtlich ein Name zu finden sein, den man dort eher nicht vermutet hätte: der des früheren NPD- und jetzigen „pro NRW“-Stadtrats Andre Hüsgen.

Gegenüber der Westfälischen Rundschau begründete Hüsgen seine Kandidatur damit, dass er „islamistische Einflüsse, wie sie im Integrationsrat unserer Nachbarstadt Gevelsberg herrschen“, verhindern wolle. Außerdem wolle er versuchen, so zitiert ihn die WR in ihrer Samstagsausgabe, die Interessen der europäischen Partnerparteien von „pro NRW“ zu vertreten und zu vermitteln.

Was er von Integration und dem Integrationsrat hält, war in der Vergangenheit durch zwei Anträge Hüsgens im Rat deutlich geworden. Im Dezember scheiterte in der Stadtvertretung sein Vorstoß, die Wahl der „Quasselbude Integrationsrat“ auf „unbestimmte Zeit zu verschieben“.

Elf Monate zuvor hatte er schon einmal einen Antrag zum Thema verfasst. Damals nahm er sein Mandat noch in Diensten der NPD wahr. Hüsgen forderte, statt des Integrationsrates einen „Reintegrationsrat“ einzurichten. „Dieses aus Vertretern derzeit in Ennepetal ansässiger ausländischer Volksgruppen zu bildende Gremium dient in Zusammenarbeit mit der zu schaffenden Stelle eines kommunalen Ausländerrückführungsbeauftragten zur Koordination der Rückkehr derzeit hier lebender Ausländer in ihre Heimatstaaten und deren dortiger Reintegration“, schrieb Hüsgen in seinen Antrag, den er bei der Beratung im Stadtrat zu einer „Angelegenheit von nationaler Präferenz“ erklärte.

In der Begründung seines Antrags hatte er notiert, bei der „,Integration’ kulturfremder Ausländer“ handele es sich um eine „reine Schimäre“. Für eine Bedrohung hielt er insbesondere die „hohe Geburtenrate gerade der außereuropäischen Ausländer“. Die „Nationaldemokraten“, so schrieb der damalige NPD-Stadtvertreter, hielten es für sinnvoll, wenn „auf kommunaler Ebene den Ausländern die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit an der Reintegrationsaufgabe geboten wird und ihnen dabei die unvergleichlichen Vorteile eines Lebens in der eigenen angestammten Heimat vermittelt werden können“. (ts)

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