K: Rouhs’ Abgang

Köln – Immer mehr spricht dafür, dass die Tage von Manfred Rouhs als Ratsmitglied von „pro Köln“ gezählt sind. Die Berliner Ausgabe der tageszeitung berichtet, dass der Vorsitzende von „pro Deutschland“ bei einer Versammlung am 15. April in Spandau als Spitzenkandidat seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl nominiert werden soll.*

Um in der Bundeshauptstadt wahlberechtigt und wählbar zu sein, muss Rouhs bis spätestens Mitte Juni seinen Erstwohnsitz nach Berlin verlegt haben. Sein Ratsmandat in Köln müsste er bis zu diesem Zeitpunkt abgegeben haben.

Seit dem vorigen Herbst war Rouhs zu einem Komplettwechsel nach Berlin gedrängt worden. Dies geschah zunächst anonym in Beiträgen und Kommentaren auf der Internetplattform „freiheitlich.org“.** Kurz darauf ließ sich auch „pro NRW“-Chef Markus Beisicht mit den Worten zitieren, er würde es „außerordentlich begrüßen, wenn Manfred Rouhs in Berlin auch als Spitzenkandidat antritt“.***

Anhänger verloren

Rouhs selbst, für den das Kölner Ratsmandat zumindest teilweise auch eine materielle Absicherung bedeutete, war lange Zeit einer klaren Stellungnahme ausgewichen. In einem Interview mit „freiheitlich.org“ hatte er Ende Dezember erklärt, für einen personalisierten Wahlkampf fehle es den bundesdeutschen Rechtsaußen schlicht an adäquaten „Köpfen“ – inklusive seiner eigenen Person. Die Frage nach seiner Person spiegele „eine typische rechte Szene-Debatte“ wider. Rouhs weiter: „Niemand kennt in Berlin Manfred Rouhs, niemand kennt René Stadtkewitz**** – von einer Handvoll politisch hoch interessierter Personen abgesehen.“

Dass er daheim in der Domstadt viele seiner einstigen Unterstützer verloren hat, dürfte Rouhs spätestens klar geworden sein, als er bei der Jahreshauptversammlung von „pro Köln“ im vorigen November erst im zweiten Wahlgang mit nur 40 Prozent der Stimmen und dem zweitschwächsten Ergebnis aller neuen Beisitzer den Sprung in den Vorstand schaffte.***** (ts)

* http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/rechter-ruecktritt/

** /nrwrex/2010/12/kb-rouhs-soll-zum-r-ckzug-aus-k-ln-gedr-ngt-werden

*** /nrwrex/2010/12/kb-druck-auf-pro-deutschland-chef-wird-st-rker

**** der Vorsitzende der Partei „Die Freiheit“, die in Berlin ebenfalls kandidieren will

***** /nrwrex/2010/11/k-pro-k-ln-doch-nicht-so-beraus-harmonisch