LEV: „Pro NRW“ verliert zwei Mitglieder und zwei Mandate

Leverkusen – Der „pro NRW“-Parteitag im Forum Leverkusen hatte heute Nachmittag noch nicht begonnen, da zählte die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ schon zwei Mitglieder weniger: Ronald Micklich und seine Ehefrau Marion Micklich gaben vor Beginn der Versammlung ihre Parteiausweise ab.

Schriftliche Kündigungen würden noch folgen, schreibt Micklich auf seiner Internetseite. Der ehemalige stellvertretende „pro“-Vorsitzende gehört dem Stadtrat in Leichlingen sowie dem Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises an. Er werde „in der laufenden Legislaturperiode eine Stimme für die Bürger/innen in unserer bergischen Heimat sein, die mir bei den Kommunalwahlen 2009 Ihr Vertrauen geschenkt haben“, hatte Micklich noch vor vier Wochen versichert* und damit indirekt auch angedeutet, dass er trotz der Entfremdung zwischen ihm und seiner Partei nicht die Absicht hat(te), seine Mandate niederzulegen.

Bei Parteichef Markus Beisicht war Micklich allerspätestens in Ungnade gefallen, als er öffentlich dessen zur Schau gestellten Optimismus mit Blick auf eine Neuwahl des Landtags in Zweifel zog und wissen wollte, wie viele Mitglieder die „Bürgerbewegung“ tatsächlich hat. „Wo bleibt die Transparenz?“, hatte Micklich gefragt.**

Er berichtet auf seiner Internetseite aktuell zudem über einen Zwischenfall heute Nachmittag vor dem Forum Leverkusen. Demnach verteilten dort ein mit einem Ausschlussverfahren belegtes „pro NRW“-Mitglied und ein ehemaliges „pro Köln“-Mitglied Flugblätter. Sie seien von „pro NRW“lern daraufhin unter anderem als „Verräter“ und „Parteizersetzer“ beschimpft worden. Parteichef Beisicht habe die Polizei gerufen. Personen, die die Flugblätter angenommen hätten, seien diese aus den Händen gerissen worden.

Beim heutigen Parteitag, der bis in die Abendstunden dauern soll, mussten Medienvertreter draußen vor der Tür bleiben.*** (ts)

* /nrwrex/2011/02/gl-bergische-stimme-statt-pro-nrw

** /nrwrex/2011/02/gl-bergische-stimme-statt-pro-nrw

*** http://www.bnr.de/content/intransparenz-und-kontroversen