MK: NPD will Gewerkschaft „unterstützen“

Iserlohn/Lüdenscheid – Durch Provokation in die Medien kommen und so auch wahrgenommen werden: das (Über-)Lebensmotto der NPD in Nordrhein-Westfalen. Die NPD im Märkischen Kreis versucht es nun mit der Ankündigung, dass man für die DGB-Veranstaltung am 1. Mai in Lüdenscheid „Unterstützung“ leisten werde.

„Nach reiflicher Überlegung“ habe sich der NPD-Kreisverband entschlossen, „anders als im letzten Jahr“ auf eine eigene Veranstaltung anlässlich des „Tages der Arbeit“ zu verzichten, teilte die Partei heute mit. Stattdessen rufe die NPD Mitglieder und Anhänger dazu auf, sich an der zentralen DGB-Veranstaltung in Lüdenscheid zu beteiligen. Mit deren Motto „Das ist das Mindeste! Faire Löhne. Gute Arbeit. Soziale Sicherheit“ könne sich die Partei „sehr gut identifizieren“.

Der NPD-Kreisvorsitzende Timo Pradel lässt sich mit den Worten zitieren, im vorigen Jahr habe man in Iserlohn „in unmittelbarer Nähe einer DGB-Kundgebung eine eigene Veranstaltung durchgeführt“. Die Bezeichnung „Veranstaltung“ scheint in diesem Zusammenhang etwas übertrieben. Seinerzeit hatte die Truppe rund um Kreistagsmitglied Pradel lediglich von einem „Wahlkampfstand“ berichtet, den man 200 Meter von der Gewerkschafts-Veranstaltung entfernt aufgebaut habe. Teilnehmer der „linkslastigen“ DGB-Kundgebung wurden anschließend in einem Bericht der Partei als „örtliche Gewerkschaftsbonzen und linke Systempolitiker“ beschimpft.

Diesmal sucht die NPD (jedenfalls verbal) nicht nur bei der DGB-Kundgebung selbst die Nähe der Gewerkschafter: Ihre Mitglieder und Anhänger aus dem Nordkreis sollen auch den kostenlosen Bustransfer des DGB von Iserlohn nach Lüdenscheid und zurück in Anspruch nehmen. (ts)

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