RE: Durchsuchungen bei Neonazi-Radio

Castrop-Rauxel/Berlin – Bei einer Durchsuchungsaktion, die sich gegen Betreiber bzw. Moderatoren des neonazistischen Internetradios „Irminsul“ richtete, ist die Polizei am Dienstagabend auch in Castrop-Rauxel tätig geworden.

In Berlin, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt führten Beamte des Landeskriminalamtes Berlin insgesamt acht Hausdurchsuchungen durch.

Anlass seien Beiträge des Internetradios gewesen, das seit Februar dieses Jahres im 24-Stunden-Betrieb sendete, berichtete die Berliner Polizei. Dabei sei eine Vielzahl von Musiktiteln abgespielt worden, die  volksverhetzenden Inhalt hätten und die Straftatbestände des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Gewaltdarstellung erfüllen würden. Auch die Moderatoren hätten durch  volksverhetzende Äußerungen Straftaten begangen.

Als Hauptverdächtige gilt eine 28-jährige Berlinerin. In Castrop-Rauxel richtete sich die Durchsuchung gegen eine 29-Jährige. Insgesamt wurden fünf Beschuldigte kurzzeitig festgenommen, erkennungsdienstlich behandelt und zur Sache vernommen. Bei den Durchsuchungen hätten die Beamten umfangreiches  Beweismittel beschlagnahmt, darunter auch die Computer für den Sendebetrieb, der in der Folge zusammengebrochen sei, meldete die Polizei. (ts)