BOT: NPD wittert „voranschreitende Landnahme“

BOTTROP – Die Masche ist immer wieder die gleiche: Kaum erscheint irgendwo ein Medienbericht über ein Moscheebauvorhaben, melden sich „pro NRW“ und NPD lautstark zu Wort, um sich als Retter und Beschützer der (deutschen) Bürger anzudienen. Man wolle „wie gewohnt an der Seite der Bürger“ stehen (so „pro NRW“) bzw. „aus Liebe zu Deutschland“ den „Deutschen eine Alternative aufzeigen“ (so die NPD) im aktuellen Fall in Bottrop.

Kevin Gareth Hauer, Ratsmitglied in Gelsenkirchen und „pro NRW“-Bezirksvorsitzender im Ruhrgebiet, hält es für „falsche multikulturelle Rücksichtnahme“, wenn in Bottrop ein Bebauungsplan geändert würde, um den Bau der Moschee zwischen Prosperstraße und Gildestraße zu ermöglichen. Seine selbst ernannte „Bürgerbewegung“ unterstütze „die Bottroper sehr gerne dabei, dieses fragwürdige Islamisierungsprojekt in ihrer Stadt zu verhindern“, ließ er heute wissen.

„Pro NRW“ will „Petitionen“ verteilen

In „zehntausendfacher Stückzahl“ werde „pro NRW“ in Kürze eine „Petition“ auflegen, „um den Bottroper Bürgern die Gelegenheit zu geben, mit ihrer Unterschrift gegen den Bau der Ditib-Moschee einzutreten“.

Schneller als das Gelsenkirchener Stadtratsmitglied war in diesem Fall dessen Konkurrenz aus dem Lager der extrem rechten Parteien. Der NPD war ein WAZ-Bericht zum Thema* offenbar schon eher aufgefallen. Bereits am Mittwoch ließ sie ihren Schulungsleiter und Regionalbeauftragten für das Münsterland, Matthias Pohl, eine Erklärung abgeben. „Die Errichtung einer weiteren Großmoschee in NRW verdeutlicht einmal mehr die immer weiter voranschreitende Landnahme/Überfremdung Deutschlands“, wetterte Pohl. Und: „Es darf nicht sein, daß ausländische Personen oder Institutionen in Deutschland Grund und Boden erwerben, denn dieser gehört dem deutschen Volk.“ Mit „Bürgergesprächen, Flugblattverteilungen und weiteren Straßenaktionen“ werde die NPD jedenfalls in den nächsten Wochen vor Ort präsent sein, drohte er.

Nachholbedarf

Über aktive Parteistrukturen verfügen „pro NRW“ und NPD in Bottrop nicht. Bei der Landtagswahl im Mai 2010 hatten sie dort mit 1,5 bzw. 0,9 Prozent eher durchschnittliche Ergebnisse erzielt. Aus ihrer Sicht haben sie Nachholbedarf in der Ruhrgebietsstadt. Das Thema Moscheebau kommt ihnen dabei recht. (ts)

* http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/Moschee-auf-Schwaak-Gelaende-in-Bottrop-geplant-id4928802.html

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