HAM: Noch mehr Neonazi-Redner bei Demo

HAMM – Während Dortmunder Neonazis – teils „nur“ propagandistisch, teils mit Übergriffen – ihren Aufmarsch zum „Nationalen Antikriegstag“ am kommenden Samstag vorbereiten, sind auch deren Kameraden in Hamm nicht untätig. Sie kündigten jetzt weitere Redner an, die bei ihrer eigenen Demonstration, einen Monat später, am 1. Oktober sprechen sollen.

Bekannt war bisher, dass – namentlich nicht benannte – Neonazis aus Hamm, Unna und Dortmund auftreten werden, außerdem drei namentlich angekündigte bekanntere Figuren der extremen Rechten:

- der unter anderem wegen der „Bildung eines bewaffneten Haufens“ vorbestrafte Berliner „Nazi-Rocker“ Arnulf Priem, ehemals Kopf der „Kampfgruppe Priem“*,

- der bei Demonstrationen der Szene in NRW und darüber hinaus regelmäßig als Redner agierende Pulheimer Neonazi Axel Reitz, der nach antisemitischen Tiraden bei einer Demo in Bochum zu einer Haftstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt wurde,

- der Kreisvorsitzende der NPD für Unna und Hamm, Hans-Jochen Voß, der für die Kontakte zwischen seiner Partei einerseits und „parteifreien“ Kameraden in der Region andererseits sorgt – und sei es mit Geldzahlungen. Gerade gestern gab er wieder als Losung auf der Internetseite eines NPD-Kreisverbandes aus: „Die Kameradschaft und die Partei sind der Weg – das Reich ist das Ziel.“

„Unsere Rasse vor dem Untergang bewahren“

Hinzugekommen sind nun als weitere Redner „ein Vertreter der Nationalen Sozialisten Wuppertal“ – als solcher tritt in den letzten Monaten immer wieder der Reitz-Zögling Kevin Koch auf – sowie Manfred Breidbach, der stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düsseldorf/Mettmann.

Breidbach darf aktuell als einer der „Vormänner“ des offen bekennenden neonationalsozialistischen Flügels innerhalb der NRW-NPD gelten. Bei einer Demo im Oktober letzten Jahres in Velbert warnte er vor einer „Rassenmischung“ und forderte sein Publikum dazu auf, es solle „bis aufs Blut gegen die Überfremdung kämpfen“ und so „unsere Rasse vor dem Untergang bewahren“.**

Bei einem Aufmarsch von Neonazis im Januar in Wuppertal bejubelte ihn sein Publikum wegen seiner durch und durch antisemitischen Sprüche. Noch einmal knapp drei Monate später trat er bei einer Demonstration der Szene in Stolberg auf und ließ dort wissen, eines Tages werde Deutschland „im Glanze brennender Moscheen“ erstrahlen.*** Politiker nannte er „Krawatten tragende Parasiten in den Parlamenten“. Albert Leo Schlageter, ein Rechtsterrorist der 1920er-Jahre, den die NSDAP als Märtyrer glorifizierte, so ließ Breidbach wissen, habe sich auf seine Pistole und Sprengstoff verlassen. (ts)

* /nrwrex/2011/06/ham-neonazi-original-aus-der-reichshauptstadt

** /nrwrex/2010/10/me-rund-150-neonazis-demonstrieren-neviges-npd-redner-will-bis-aufs-blut-gegen-die-be

*** http://www.heise.de/tp/artikel/35/35389/1.html