NRW: Nächster Karriereschritt für Ex-NPDler Hüsgen bei „Pro-Bewegung“

KÖLN/LEVERKUSEN – Andre Hüsgen aus Ennepetal, erst „Republikaner“, dann NPDler und nach einer kurzen Schamfrist schließlich Mitglied bei „pro NRW“, macht sich bei der rechtspopulistischen, selbst ernannten „Bürgerbewegung“ weiter unentbehrlich. Jetzt übernahm er auch noch die Geschäftsführung bei der „Kommunalpolitischen Vereinigung der Pro-Bewegung“ (KPV-Pro).

Der Vorstand der KPV habe den „erfahrenen Kommunalpolitiker“ mit einem einstimmigen Votum in dieses Amt gewählt, teilte „pro NRW“ am Montag mit. Der 38-Jährige habe „in der Vergangenheit bereits wichtige Akzente für eine offensive Ratsarbeit setzen“ können, heißt es. „So setzte Hüsgen das politische Establishment unlängst mit seiner Kandidatur für den Ennepetaler Integrationsrat massiv unter Druck und sorgte auch überregional für Schlagzeilen.“ Dass er bei jener Wahl nur eine einzige Stimme holte*, verschweigt „pro NRW“ in der Mitteilung vom Montag.

Parteikoordination per Fraktionstelefon

Hüsgen ist als Mitarbeiter der „pro NRW“-Fraktion in Leverkusen angestellt, außerdem Ratsmitglied in Ennepetal – das Mandat hatte er 2009 noch als Spitzenkandidat der dortigen NPD geholt –, „pro“-Kreisbeauftragter im Ennepe-Ruhr-Kreis sowie -Kreisgeschäftsführer in Wuppertal**. Er war in der Vergangenheit am Aufbau von „pro NRW“-Kreisverbänden*** und an der Reaktivierung der lange Zeit inaktiven Ratsfraktion in Radevormwald**** beteiligt. Darüber hinaus ist er auch in andere organisatorische Tätigkeiten der „Bürgerbewegung“ involviert: So koordiniert er offenbar von seinem Arbeitsplatz im Leverkusener „pro NRW“-Fraktionsbüro aus die Anreise von nordrhein-westfälischen Rechtspopulisten zu einer Demonstration von „pro Deutschland“ Ende August in Berlin.*****

Versuchter Strafvereiteler

In seiner Heimat, im Ennepe-Ruhr-Kreis, hatte er zuletzt nach einem verlorenen Gerichtsprozess Mitte Juli Schlagzeilen gemacht: Eine Klage Hüsgens gegen eine frühere Pressesprecherin der Linkspartei war vom Amtsgericht Schwelm in erster Instanz abgewiesen worden.******  Hüsgen hatte in der Verhandlung durch seine Rechtsanwältin Judith Wolter einräumen lassen, dass er im Zusammenhang mit einem Neonazi-Überfall auf eine Veranstaltung an der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Kemna in Wuppertal-Beyenburg im Jahr 2000 vier Jahre darauf wegen versuchter Strafvereitelung verurteilt worden ist. (ts)

* /nrwrex/2011/03/en-eine-stimme-f-r-h-sgen

** /nrwrex/2011/04/w-gehrhardt-als-pro-nrw-kreisvorsitzende-gew-hlt

*** /nrwrex/2011/03/du-ex-npdler-empfiehlt-sich-bei-pro-nrw-f-r-h-here-weihen

**** /nrwrex/2011/03/gm-ex-npdler-h-sgen-soll-vorbild-sein

und

/nrwrex/2011/07/gm-wo-pro-nrw-radevormwald-schreiben-l-sst

***** /nrwrex/2011/08/nrw-sightseeing-und-gro-demonstration-berlin

****** /nrwrex/2011/07/en-h-sgen-scheitert-vor-gericht