W/EN: Zoff bei der NPD – Knausriges Ratsmitglied

WUPPERTAL/SCHWELM – Zoff beim NPD-Kreisverband Ennepe-Ruhr/Wuppertal: Um die Parteikasse ist es nicht zum Besten bestellt, und ein Kommunalpolitiker soll sich hartnäckig weigern, seine Mandatsträgerbeiträge zu zahlen.

Das jedenfalls behauptet Thorsten Crämer, der Schatzmeister der NPD Ennepe-Ruhr/Wuppertal, in einem Schreiben vom 12. August an die Mitglieder des Kreisverbandes, das „NRW rechtsaußen“ vorliegt. Das Wuppertaler NPD-Ratsmitglied Michael Schnorr habe „bisher erst ein einziges Mal – und das auch nur zum Teil – seinen Mandatsträgerbeitrag entrichtet“. Dadurch, so rechnet Crämer vor, sei der Partei allein in den ersten eineinhalb Jahren der Wahlperiode ein Schaden von exakt 2873,00 Euro entstanden.

„Schnorr drückt sich unter allerlei zum Teil fadenscheinigsten Ausreden vor seiner solidarischen Zahlung an den Verband, ohne den er natürlich kein Abgeordnetenmandat hätte“, schreibt Crämer. Der Schatzmeister, der im NPD-Kreisverband Ennepe-Ruhr/Wuppertal die eigentlich starke Figur ist, notiert, das Wuppertaler Mandat sei „allein durch die umfangreiche, zeit- und kostenintensive Unterstützungsunterschriftensammlung bei weitem das am teuersten erkämpfte“ gewesen, verglichen mit den anderen Mandaten, die von der NPD bei der Kommunalwahl 2009 im Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie in den Stadträten in Witten, Wetter, Gevelsberg und Ennepetal geholt worden waren.*

„Zutiefst unkameradschaftlich“

Parteirechtlich unternehmen kann Crämer nichts, während Schnorr gegenüber der Partei in einer starken Position ist. Crämer: „Problem für den Kreisverband ist, daß ein freier Abgeordneter nicht zu dieser Abgabe zu zwingen ist und Michael Schnorr sehr wohl weiß, daß sein Parteiaustritt unter Mitnahme des Mandates bedeuten würde, daß wir bei einem erneutem Wahlantritt 2014 wieder Unterstützungsunterschriften sammeln müßten.“ Der Schatzmeister abschließend zum „Fall Schnorr“: „Was charakterlich von einem solchen unsolidarischen und zutiefst unkameradschaftlichen Verhalten zu halten ist, überlasse ich der Meinung jedes einzelnen von Euch/Ihnen.“

Schnorr selbst mochte zu den Vorwürfen auf Anfrage nicht Stellung nehmen. (ts)

* Das Mandat in Ennepetal war für die NPD verloren gegangen, als Andre Hüsgen im vorigen Jahr die Partei verließ. Das war für die Partei ebenfalls ein finanzieller Verlust – wenn auch nicht so gravierend, wie es die angeblich fehlende Zahlungsmoral von Schnorr ist. Hüsgen, den sein ehemaliger Parteischatzmeister im Rückblick als „notorischen Querulanten und Intriganten“ bezeichnet, hatte Crämers Schreiben an die Mitglieder zufolge vor seinem Abgang 80 Euro monatlich als Mandatsträgerbeitrag abgeführt.