Presseschau: „Ein junges Volk“ steht für 600 Euro auf

WITTEN/BAD SÄCKINGEN – Das Intonieren des HJ-Lieds „Ein junges Volk steht auf“ kostet einen 20-Jährigen aus Laufenburg (Baden-Württemberg) 600 Euro. Das Amtsgericht Bad Säckingen verhängte die Geldstrafe wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, berichtete die Badische Zeitung. Dass er das Lied bei einer Demonstration von Neonazis am 28. August vorigen Jahres in Witten gesungen habe, gab der Beschuldigte freimütig zu; zumal diese Tatsache durch eine polizeiliche Videoaufnahme belegt wurde. Ein in der Gerichtsverhandlung abgespielter Filmausschnitt habe den Angeklagten zusammen mit rund 60 weiteren „Chorknaben“ bei der Demo gezeigt, wie er alle drei Strophen des Liedes zum Besten gibt, so die Badische Zeitung. „Ein junges Volk steht auf“ sei das zentrale Lied der Hitlerjugend gewesen, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung, und in eine Reihe zu stellen mit dem ebenfalls verbotenen „Horst-Wessel-Lied“. Mit Liedgut dieser Art würden nationalsozialistische Tendenzen wiederbelebt. Zum Bericht der Badischen Zeitung über die Gerichtsverhandlung:

http://www.badische-zeitung.de/laufenburg/ein-rechtes-lied-kostet-600-euro--49362447.html