GL: 2,8 Prozent für „pro NRW“-Kandidat Heger bei Landratswahl

BERGISCH GLADBACH – Der Rheinisch-Bergische Kreis hat heute einen neuen Landrat gewählt: Hermann-Josef Tebroke (CDU) kam auf 50,9 Prozent. „Pro NRW“-Kandidat Christoph Heger erreichte 2,8 Prozent – deutlich weniger als bei der Landratswahl 2009 und Platz fünf unter fünf Bewerbern.

Einen „Schwerpunktwahlkampf“ werde man im Rheinisch-Bergischen Kreis führen, hatte „pro NRW“-Chef Markus Beisicht angekündigt.* Und tatsächlich reisten wiederholt „pro“-Mitglieder unter anderem aus Bonn, Köln und Leverkusen wiederholt an, um für ihren „populären“ und „im Kreis gut vernetzten“ Kandidaten Heger die Werbetrommel zu rühren. Ohne diese Unterstützung, so darf vermutet werden, wäre die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ in der Region gar nicht wahlkampffähig gewesen.

Musterwahlkampf

Für einen Erfolg griff „pro NRW“ auch tief in ihre Schatulle.** „Wir gehen von einem Wahlkampfbudget von 10.000 Euro aus“, hieß es in einem Schreiben von Parteischatzmeisterin Judith Wolter an potenzielle Unterstützer. Sie listete die Aktivitäten auf: „Ein eigenes Wahlflugblatt mit einer Erstauflage von 50.000 Exemplaren, eine flächendeckende Plakatierung mit mehreren tausend Plakaten, eine Postwurfsendung für ausgewählte Städte, eine Infostandserie durch alle Städte des Kreises, mehrmalige Wahlanschreiben an fast 1000 Interessenten-Haushalte im Kreis, mehrwöchiger Einsatz eines PRO-NRW-Lautsprecherfahrzeuges in der Schlussphase.“

Ein „Musterwahlkampf für ganz Nordrhein-Westfalen“ sei die Kampagne im Rheinisch-Bergischen Kreis, schrieb Wolter. Dabei blieb Hegers Wahlkampf seltsam inhaltsleer, was konkrete Sachaussagen zu Problemen des Kreises betraf – was aber ausgeglichen wurde durch ein Übermaß populistischer Allgemeinplätze.

Misserfolg oder „respektables Ergebnis“?

Zwar hat „pro NRW“ ein – gemessen an anderen Ergebnissen extrem rechter Parteien in Nordrhein-Westfalen – überdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Gemessen am Aufwand und an den gehegten Erwartungen dürften die exakt 2,84 Prozent und 1862 Stimmen freilich intern eher als Misserfolg gewertet werden, nachdem Heger bei der Landratswahl 2009 noch auf 4,0 Prozent gekommen war. Offiziell spricht „pro NRW“ freilich von einem „schönen Achtungserfolg“ beziehungsweise von einem „absolut respektablen und erfreulichen Ergebnis“. (ts)

* /nrwrex/2011/09/nebenbei-pro-nrw-und-die-gegenkandidaten

** /nrwrex/2011/10/gl-niemand-ist-verpflichtet-demagogen-zu-adeln