NRW: NPD muss sich neue Räume suchen

BOCHUM – Die nordrhein-westfälische NPD muss sich neue Räume für ihre Landesgeschäftsstelle suchen.

Das Gebäude im Bochumer Stadtteil Wattenscheid, in dem der Landesverband der Partei in den letzten rund zehn Jahren logierte, kam heute Vormittag unter den Hammer. Bei einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Bochum gab eine Essener Immobilienfirma das höchste Gebot ab. 79.000 Euro blättert das Unternehmen für Grundstück und Haus auf den Tisch. Der Verkehrswert war auf 160.000 Euro geschätzt worden. Neben dem Essener Unternehmen war bei der Zwangsversteigerung ein zweiter ernsthafter Bieter aufgetreten, der aber bei 78.000 Euro sein letztes Gebot abgab.

Der neue Eigentümer verfügt über ein Sonderkündigungsrecht gegenüber dem Mieter, das er auch wahrnehmen will. Im kommenden Frühjahr müsste die NPD demnach spätestens ausziehen. Das Gebäude soll abgerissen werden und für ein Wohnhaus Platz machen.

Kemnas Geschäfte

Als Gläubiger hatte die UniCredit Bank, die frühere Bayerische Hypo- und Vereinsbank, das Zwangsversteigerungsverfahren betrieben.* Ausstehende Rückzahlungen eines Kredites, den die Bank dem Immobilienunternehmen KEL des früheren NPD-Schatzmeisters Erwin Kemna gewährt hatte, waren der Grund für das Vollstreckungsverfahren. Die KEL hatte das Haus im November 2000 für 300.000 Mark gekauft, größtenteils finanziert mit dem Kredit der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank.

Die NPD residierte dort konkurrenzlos günstig: Laut einem im vorigen Jahr erstellten Wertgutachten zahlte sie für die von ihr genutzten insgesamt 425 Quadratmeter eine Nettokaltmiete von 450 Euro. (ts/rr)

* /nrwrex/2011/10/bo-zweiter-zwangsversteigerungstermin-f-r-npd-gesch-ftsstelle

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