BRD: Brinkmanns Notizen aus dem Off

BERLIN/LEVERKUSEN – Seinen Rückzug aus der ganz praktischen Politik hatte Patrik Brinkmann bereits im August kurz und knapp erklärt.* Jetzt schob der schwedische Rechtsaußen, der sein parteipolitisches Glück in der Bundesrepublik zunächst bei der NPD, dann bei der DVU und schließlich bei „pro NRW“ und „pro Deutschland“ versuchte, in einem Brief an die „lieben Freunde“ und „lieben Feinde“ noch einmal Begründungen nach.

Seine „größte Fehleinschätzung“ sei das Engagement für die NPD gewesen, schreibt Brinkmann. „Wie wir es jetzt amtlich haben, ist die Partei mit so vielen Spitzeln besetzt, dass es wahrscheinlich unmöglich ist, hierin eine vernünftige Position aufzubauen.“ Eine Rechte, die in Deutschland Erfolg haben wolle, so betont er, könne es „nur ohne Antisemitismus, ohne NS-Clownerien geben und damit ohne Rassismus, aber auch ohne den freiheitsfeindlichen Sozialismus“.

Undank ist der (Partei)Welten Lohn

Brinkmann, der in seiner Mail wiederholt (Partei-)Politik mit einem „Geschäft“ gleichsetzt, räumt ein, es sei ebenfalls ein Fehler gewesen, „dass ich den Organismus Partei nicht richtig verstanden“ habe: „Wenn ich in ein Geschäft als Investor hunderttausend Euro stecke, dann erwarte ich neben einer gewissen Dankbarkeit Erfolg, im Parteiengeschäft fragt man aber gleich nach den nächsten Hunderttausend.“

Als richtig ordnet Brinkmann im Rückblick sein Engagement für die „Pro-Bewegung“ ein. Dort sei „auf jeden Fall das richtige Wollen“ vorhanden: „Und das richtige Wollen wird früher oder später auch das richtige Tun bewirken.“ Mit Dankbarkeit schaue er auf viele Erfahrungen zurück. Als Beispiel nennt er die „Kreuzzugstour für das Abendland, die ich mit organisieren und anstoßen durfte“ – jene Bustournee vor der Landtagswahl 2010, bei der „pro NRW“ unter anderem mit dem eine Bibel schwenkenden Patrik Brinkmann um Stimmen buhlte.** Sein Dank gelte „pro NRW“-Chef Markus Beisicht, „der mir die Möglichkeit gegeben hat, zum Beispiel mit der Kreuzzugstour neues Terrain für mich zu betreten“.

Sehr wichtig seien ihm auch die „Arbeit für PRO auf europäischer Ebene“ und die „Anknüpfung politischer Gespräche mit Israel“ gewesen – wobei es tatsächlich nicht um Gespräche „mit Israel“ ging, sondern um die Kooperation mit einigen Rechtsaußen der israelischen Politik.

Projekte für Preußen

Über seine Zukunftspläne verrät Brinkmann auch etwas in seiner Mail. Eine Frage lässt ihn nicht los, die er bereits zum Thema im Berliner Abgeordnetenhauswahlkampf machen wollte: „Ganz sicher werde ich mich in das Thema Preußen weiter einlesen, weil ich glaube, dass Preußen ein Leitbild für ein anderes Deutschland sein kann. Ich habe inzwischen einige Ideen, wie man hier Projekte anstoßen kann.“***

Und für die Parteipolitik, die er weiter mit Spannung verfolge, wolle er „gern mit Rat und Tat zur Seite stehen“, versichert Brinkmann. Es soll Vertreter der extremen Rechten – auch in deren rechtspopulistischer Ausprägung – geben, die das eher als Drohung interpretieren würden. Es sei denn, Brinkmann würde mit den erwähnten „Taten“ dann doch auch den einen oder anderen Geldfluss meinen. (ts)

* /nrwrex/2011/08/lesetipp-patrik-brinkmann-kehrt-der-politik-den-r-cken

** /nrwrex/2010/05/lesetipp-kreuzzug-mit-dem-bus

*** /nrwrex/2011/01/nebenbei-wenn-aus-pro-nrw-pro-preu-en-wird

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