GE: Neuer „pro NRW“-Bezirksvorstand Ruhr fast nur aus Gelsenkirchen und Recklinghausen

GELSENKIRCHEN – Bei einem Bezirksparteitag von „pro NRW“ am Sonntag im Schloss Horst in Gelsenkirchen ist der örtliche Stadtrat Kevin Hauer als Vorsitzender der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ im Ruhrgebiet erwartungsgemäß wiedergewählt worden.

Wie viele Mitglieder an dem Treffen teilnahmen, teilte die extrem rechte Partei nicht mit; auch über konkrete Abstimmungsergebnisse schwieg sie sich aus. Hauer sei „mit überwältigender Mehrheit“ im Amt bestätigt worden, hieß es lediglich.

Als stellvertretende Bezirksvorsitzende seien Christian Schaaf und Werner Peters gewählt worden. Peters (Recklinghausen) fungierte schon bisher als stellvertretender Bezirksvorsitzender. Schaaf rückt neu in dieses Amt auf; bisher war der 46-jährige Gelsenkirchener Schriftführer des Bezirksverbands Ruhrgebiet.

Picker scheidet aus Vorstand aus

Als neue Schriftführerin wählten die Mitglieder die Gelsenkirchener Ratsfrau Stefanie Wohlfarth (26). Die Kasse führt mit Manuela Gelhard (47) eine weitere Gelsenkirchenerin. Als Beisitzer seien Hans Joachim Adler und Ralf Peters gewählt worden. Adler kommt aus Bochum, Ralf Peters stammt aus dem Kreisverband Recklinghausen.

Aus dem Vorstand ausgeschieden sind demnach der ehemalige Bezirksvize Norman Verschitz aus Voerde, Erich Christ aus Duisburg, Andre Schindler aus Gelsenkirchen sowie der Rechtsanwalt Andre Picker aus Bochum. Picker amtiert seit März 2011 als Vorsitzender des „pro NRW“-Schiedsgerichts – eine Funktion, die laut Parteisatzung unvereinbar mit Vorstandsämtern ist.

„Schwerpunktwahlkampf“ mit zwei Schwerpunkten

„Pro NRW“-Chef Markus Beisicht erläuterte nach dem Parteitag im Interview mit einem sehr parteinahen Internetblog*, wie die Rechtspopulisten die Kommunalwahl 2014 angehen wollen. „Mit einem Schwerpunktwahlkampf im Ruhrgebiet unter dem Motto ,Gegen die Islamisierung und Überfremdung unserer Städte! Für mehr Sicherheit und soziale Gerechtigkeit’ wollen und werden wir entscheidend punkten“, meinte er.

Zur Wahl antreten wolle „pro NRW“ in Gelsenkirchen, Duisburg, im Kreis Recklinghausen, in Bottrop, Bochum, Mülheim, Essen, Dortmund und Oberhausen. Daneben wolle man die „Hochburgen im Rheinland“ verteidigen und auch im bergischen Städtedreieck Wuppertal, Remscheid und Solingen einen weiteren Schwerpunktwahlkampf führen.

Warum aus den meisten der von ihm genannten neun Wahl-Schwerpunkte im Ruhrgebiet niemand im neuen Bezirksvorstand vertreten, ist, verriet Beisicht nicht. (ts)

* /nrwrex/2011/12/nrw-pro-chef-beisicht-erh-ht-druck-auf-republikaner