Artikel aus dem Ressort Rezension

2020 jähren sich der rechte Kapp-Lüttwitz-Putsch und die aus den Abwehrkämpfen der Arbeitenden entstandene „Märzrevolution“ zum 100. Mal. Zum Jubiläum erschienen einige Neuveröffentlichungen, die lesenswerteste legte der Autor und Filmemacher Klaus Gietinger vor. Er  verbindet in seinem Buch historische Akribie mit einer klaren politischen Bewertung.

Radikalisierung im Netz — bei den Attentätern von Hanau, von Halle, vom OEZ München, immer wieder ist die Rede davon. Natürlich ist nicht „das Internet“ allein verantwortlich für Gedankengut und Handeln der Täter. Foren, Plattformen und Chats können aber dennoch ideologisch wie in der Motivation eine große Rolle spielen.

Der Täter aus Halle, der am 9. Oktober 2019 von einer Tür davon abgehalten wurde, in der Synagoge Jüdinnen_Juden zu erschießen und stattdessen zwei andere Menschen tötete, streamte seine Tat und verbreitete Schriften dazu im Netz.

Mira Landwehrs Buch ist eine kritische Akteurs- und Ideologieanalyse der jüngeren Erscheinungsformen der veganen Tierrechtsbewegung.

Onlineausgabe |

Die Gegend um die nordfranzösische Hafenstadt Calais entwickelte sich ab Mitte der achtziger Jahre zu einem Kristallisationspunkt des französisch-britischen Grenzregimes. Für mehrere Tausend Migrant_innen war sie eine Durchgangsstation auf dem erhofften Weg nach Großbritannien.

In vielen Bundesländern laufen Disziplinar- oder Strafverfahren gegen Polizist_innen, die sich den „Reichsbürgern“ zurechnen, die Nazi-Symboliken in Chats austauschten oder die in Verdacht stehen, die polizeilichen Datensysteme zum Ausspionieren politischer Gegner_innen genutzt oder Munition entwendet zu haben.

„Der Weg zu echter Befreiung dagegen ist schwer, aber unausweichlich: Feminismus oder Barbarei.“ Mit „Frauen*rechte und Frauen*hass“ schließt das Autor*innenkollektiv FE.IN nahtlos an fast vergessen geglaubte fantifaschistische Traditionen an.

AfD und „Neue Rechte“ versuchen seit einiger Zeit, die soziale Frage zu besetzen. In dem Sammelband blicken 18 Autor_innen hinter Konstruktionen wie jene von der AfD als „Partei der kleinen Leute“ und untersuchen die sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepte der Rechten.

Um die Frage, was von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, was „politische Korrektheit“ bedeutet und wie und von wem das letztendlich entschieden werden soll, wurde schon weit vor dem Aufkommen digitaler Medien erbittert gestritten.

„Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat“ heißt es auf der Homepage des Ullstein-Verlages in der Ankündigung des Sammelbandes, den Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah herausgegeben haben. Erschienen ist er Anfang 2019 — genau ein Jahr, nachdem Deutsch­land ein Heimatministerium erhalten hat.