Artikel aus dem Ressort Schwerpunkt

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Malte Redeker und Alexander Deptolla
Neonazis und Kampfsport

In den letzten Jahren hat sich innerhalb der extremen Rechten eine eigenständige international vernetzte Kampfsport-Szene mit eigenen Marken, Veranstaltungen und Strukturen herausgebildet. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Netzwerk, das sich rund um das Event „Kampf der Nibelungen“ (KdN) gebildet hat.

Das ambivalente Verhältnis der Neonazis zur Polizei

Das Verhältnis von Neonazis zur Polizei ist ein ambivalentes: Einerseits wird die Polizei als repressives Organ des „Systems“ wahrgenommen, anderseits wird durchaus zwischen der Polizeiführung und den rangniederen BeamtInnen unterschieden. Letztere sieht man als Teil des Volkes und als zumindest potenzielle Verbündete.

Zum institutionellen Rassismus im deutschen Polizeiapparat

Obwohl nicht nur von Menschenrechtsorganisationen, sondern auch von der UN Rassismus in der deutschen Polizei benannt wird, wird sich an den behördlichen Praktiken in naher Zukunft kaum etwas ändern. Eine Kritik am institutionellen Rassismus.

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Polizei als politische Akteurin des autoritären Wandels

Nicht erst seit dem G20-Gipfel scheinen kritische und bürgerrechtlich orientierte Perspektiven auf Polizei und polizeiliche Praktiken in die Defensive geraten zu sein. In den vergangenen zwei Jahren avancierte die „Innere Sicherheit“ zu einem zentralen und die Wahlkämpfe dominierenden Politikfeld. Autoritäre Positionen und Praktiken haben zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Grenzüberschreitende Kooperationen der deutschen Neonazi-Szene

Verschiedene Spektren der extremen Rechten arbeiten grenzüberschreitend in Europa zusammen, sei es auf Parteienebene im Europaparlament oder im subkulturellen Bereich in der RechtsRock-Szene. Auch Neonazi-Strukturen wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ aus Deutschland pflegen Kontakte ins europäische Ausland.

Europapolitische Ideologie und Praxis der „Identitären“

Die „Identitäre Bewegung“ (IB) gibt sich popkulturuell, medienaffin und proeuropäisch. Die Zusammenarbeit zwischen Aktivist_innen verschiedener europäischer Länder wird dabei als „Multikulturalität“ dargestellt. Die „Identitären“ vertreten jedoch eine völkische und exklusive Auffassung von Europa, in der Gewalt gegen ethnische Minderheiten und alle, die nicht zum „Volk“ gehören, angelegt ist. Sie versuchen diesen Worten auch Taten folgen zu lassen.

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Treffen der europäischen Rechtsaußen in Koblenz.
Europas rechte Mitte

Extrem rechte, rechtspopulistische und nationalkonservative Parteien haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem einflussreichen Faktor der europäischen Politik entwickelt. Von einem Rechtsruck kann dabei keine Rede sein. Schritt für Schritt haben sie politisches Terrain erobert, das zuvor von demokratischen Parteien aufgegeben oder nicht entschieden genug verteidigt wurde.

Die extreme Rechte und Europa

Immer wieder heißt es, die extreme Rechte sei „antieuropäisch“ eingestellt. Nichts könnte falscher sein. Zwar trifft es zu, dass die extreme Rechte die „Europäische Union“ in ihrer heutigen Form ablehnt und sie rückbauen oder gar ganz beseitigen will. Doch hat sie gleichzeitig durchaus eigene Vorstellungen von Europa entwickelt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zuweilen mit dem Begriff „Nation Europa“ bezeichnet wurden und heute vor allem als „Europa der Vaterländer“ beschrieben werden. Auch hat sie „Europa“ immer wieder ideologisch überhöht — zuletzt etwa als „Abendland“.

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Peter Salber alias "Hackepeter" (l.) und Julian Fritsch alias "Makss Damage" (r.) beim "Rock gegen Überfremdung" 2016.
16 Bars für Führer, Volk und Vaterland

Obwohl in Deutschland seit 14 Jahren NS-Rap praktiziert wird, dauerte es verhältnismäßig lange, bis sich die Musikrichtung auch in der extrem rechten Jugendkultur verankern konnte. Seit 2015 ist ein Wendepunkt zu erkennen, der NS-Rap trat aus seinem Nischendasein. Das ist allen voran dem Rapper „Makss Damage“ aka Julian Fritsch geschuldet.

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„Hammerskins“ versuchen Ihre Zugehörigkeit zur Organisation in der Öffentlichkeit zu verbergen.
Zur Bedeutung von Netzwerken und Organisationen im Nazi-Rock

Während der Verfassungsschutz das von ihm als „subkulturellen Neonazismus“ bezeichnete Spektrum seit Jahren als unorganisiert und desorientiert charakterisiert, schaffen es diese Neonazis, konspirativ organisierte Rechtsrock-Konzerte durchzuführen, zu denen bis zu 5.000 Menschen geschleust werden. Das wirft die Frage auf: Welche Personen, Organisationen und Netzwerke können dies leisten?