Artikel von Hendrik Puls

Die terroristische Dimension des Dreifachmordes von Overath

Am 7. Oktober 2003 ermordete der Neonazi Thomas Adolf unter Beihilfe seiner Freundin Jennifer D. in Overath (Rheinisch-Bergischer Kreis) drei Menschen. Einige Tage später konnten beide verhaftet werden. Adolf teilte der Polizei unumwunden mit, dass er die Morde aus politischer Motivation begangen habe. In bei ihm sichergestellten Schriftstücken bezeichnete er die Taten als „Exekution“ von „Hochverrätern“. Doch als Rechtsterrorismus galten die Morde nie. 15 Jahre später weigert sich das NRW-Innenministerium noch immer, sie überhaupt als rechtsmotivierte Gewalttaten einzustufen.

Versuch einer Begriffsbestimmung

Wer über Rechtsterrorismus in Deutschland spricht, sollte sich nicht nur auf das herausragende Beispiel des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) beschränken. Rechtsterroristische Gewalt ist in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren ein wiederkehrendes Phänomen. Doch welche Taten sind überhaupt als rechtsterroristisch zu kennzeichnen?