Artikel von Tobias Hoff

Grenzüberschreitende Kooperationen der deutschen Neonazi-Szene

Verschiedene Spektren der extremen Rechten arbeiten grenzüberschreitend in Europa zusammen, sei es auf Parteienebene im Europaparlament oder im subkulturellen Bereich in der RechtsRock-Szene. Auch Neonazi-Strukturen wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ aus Deutschland pflegen Kontakte ins europäische Ausland.

Foto: M. Bialek
Zwischen Hpüfburg und Bierbank: Martin Böhne von "Sturmwehr" beim "Thüringentag der nationalen Jugend" 2016.
Die RechtsRock-Szene zwischen Stagnation und Professionalisierung

RechtsRock gilt als eines der wichtigsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel der extremen Rechten in „jungen Jahren“. Welche Bedeutung hat die Musik aktuell noch für die neonazistische Szene? In diesem Artikel werden einige Schlaglichter auf den derzeitigen Zustand der RechtsRock-Szene geworfen und insbesondere das Geschehen in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe genommen.

Philipp Neumann von "Flak" in einem T-Shirt der "Hammerskins". Screenshot von Facebook.
Die Band „Flak“ im Portrait

Die RechtsRock-Band „Flak“ aus dem Rheinland existiert seit fast zehn Jahren. Gegründet als lokale Haus- und Hofband des „Aktionsbüros Mittelrhein“ (ABM) hat sich die Gruppe einen überregionalen Ruf im RechtsRock-Business erspielt. Dies ist nicht zuletzt auf ihren umtriebigen Sänger Philipp Neumann zurückzuführen.

Das Neonazi-Kampfsport-Event "Kampf der Nibelungen"

Mit dem "Kampf der Nibelungen" scheint sich ein fester Termin im extrem rechten Eventkalender zu etablieren. Die neonazistische Kampfsportveranstaltung fand 2015 zum dritten Mal statt. Durch die Ausrichtung des Kampfsport-Events versuchen deutsche Neonazis, an erfolgreiche Veranstaltungen aus dem europäischen Ausland anzuknüpfen. Dafür holen sie sich mit der russischen Marke "White Rex" einen wichtigen Kooperationspartner ins Boot. 

Extrem rechte Agitation gegen Asylsuchende

Seit dem Sommer 2012 wird in Deutschland, zum Teil in polemischem Tonfall, eine „neue Asyldebatte“ geführt. In der Debatte gebräuchliche „Problembeschreibungen“ wie „Asylbewerber-Zustrom“, „überforderte Kommunen“ oder „Missbrauch des Asylrechts“ bieten der extremen Rechten Anknüpfungspunkte für ihre Kampagnen. Zurzeit ist die Agitation gegen Asylsuchende gleichermaßen das Schwerpunktthema von RechtspopulistInnen, NPD und Neonazis. Die Folge ist steigende Gewalt.

Bedeutung europäischer Aufmärsche für die deutsche Neonazi-Szene

Dass deutsche Neonazis ins europäische Ausland fahren um dort an „Gedenkmärschen“ teilzunehmen, stellt grundsätzlich keinen Widerspruch dar. Die extreme Rechte oder der Neonazismus war und ist kein rein nationales Phänomen. Schon im 20. Jahrhundert existierten diverse Bündnisse unter den faschistischen Bewegungen in Europa und auch heute haben sich in verschiedenen europäischen Ländern extrem rechte Bewegungen und Organisationen etabliert, die sich grenzüberschreitend vernetzen, kooperieren und (gemeinsame) Straßenpolitik betreiben. In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, welche Faktoren deutsche Neonazis dazu bewegt, an Aufmärschen der europäischen Kameraden teilzunehmen, und welche sie eher von einem Besuch abhalten.

Die Kleinstpartei „Der III. Weg“

Mit der Gründung der Partei „Der III. Weg“ Ende September kommt es in Rheinland-Pfalz zu einer Organisierung der extremen Rechten jenseits der NPD und der Strukturen der „Freien Kameradschaften“. Entstanden ist die Kleinstpartei aus den Streitigkeiten innerhalb der rheinland-pfälzischen NPD, doch das Konzept scheint auch überregional auf Interesse zu stoßen. 

Neonazi unter der Lupe: Markus Walter

Markus Walter weist mittlerweile eine rund 20-jährige „Karriere“ in der extremen Rechten auf. Diese reicht vom militanten Neonazismus Anfang der 1990er Jahre hin zum heutigen Parteifunktionär der NPD. Im Juli 2013 wurde Walter zum rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden gewählt.

Ein Gespräch über antifaschistische Erinnerungsarbeit an wohnunglose Opfer rechter Gewalt

Im öffentlichen Gedenkdiskurs über Opfer rechter Gewalt tauchen Wohnungslose nur am Rande auf. Aber auch in antifaschistischen Zusammenhängen scheint diese Betroffenengruppe wenig Beachtung zu finden. Wir sprachen mit Vertreter_innen des „Polit-Cafés Azzoncao“ aus Bochum und der Koblenzer „Initiative ‘Kein Vergessen’“ über konkrete Erfahrungen in der lokalen Erinnerungsarbeit.

Bandportrait: Breakdown

Mit ihrer fast zehnjährigen Existenz ist Breakdown die dienstälteste rheinland-pfälzische RechtsRock-Band. Obwohl es in letzter Zeit auf musikalischer Ebene etwas ruhiger um die Gruppe geworden ist, kann von Auflösungstendenzen keine Rede sein. Aber auch jenseits der Band sind die Mitglieder in der neonazistischen Szene aktiv.