K/HX: "Heß-Aktionen im Geheimen planen"

Köln/Höxter – Die Liste der Städte, in denen Neonazis angeblich am 17. August mit Flashmob-Aktionen an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß erinnern wollen, wird immer länger. Gleichzeitig warnen „erfahrenere“ Neonazis davor, an solchen Aktionen teilzunehmen.

45 Städte umfasst die Aktionsseite für „bundesweite dezentrale Flashmob-Aktion zum 22. Todestag von Rudolf Heß“ aktuell. Aus Nordrhein-Westfalen sind zu Dortmund und Köln, die gestern bereits genannt worden waren, inzwischen Aachen, Ahlen, Emmerich, Gladbeck, Mönchengladbach und Unna hinzugekommen.

Die „Freien Kräfte Köln“, eine Neonazigruppe rund um Paul Breuer, betonte heute, „die für Köln angedachte Aktion“ sei „weder mit den lokalen noch den regionalen Kräften abgesprochen“ worden. Auch in anderen angegebenen Städte hätten „die verantwortlichen Kameraden nichts von der Planung“ gewusst. Eine in aller Öffentlichkeit vollzogene Planung von spontanen Aktionen zum Thema Heß sei „entweder grenzenlos naiv oder aber ein bewußter Versuch junge und noch unerfahre Kameraden zu kriminalisieren“. Die Breuer-Truppe spricht von „Fakes, die Staat und Antifa auf den Plan und unbedarfte Kameraden im wahrsten Sinne des Wortes in die Falle locken sollen“.

Zwar gibt es auch Neonazi-Gruppen, die den Flashmob-Aufruf unterstützen, aber sie sind in der Minderheit. Zur Mehrheit der Kritiker gehört die Neonazi-„Kameradschaft Höxter“. Sie vermutet ebenfalls, es handele sich bei dem Aufruf „höchstwahrscheinlich um einen zwar netten aber doch Naiven Versuch Aktivisten des Nationalen Deutschlands zu kriminalisieren“. Ohne Aktivitäten sollen die „Kameraden“ den Todestag von Heß aber nicht verstreichen lassen, heißt es auf der Internetseite der „FK Höxter“: „Nichtsdestotrotz rufen wir an dieser Stelle dazu auf am 17. August nicht untätig daheim zu bleiben. Werdet kreativ, macht auf den Mord am Friedensflieger Rudolf Heß auch in eurer Region aufmerksam.“ Aber: Aktionen sollten „dann nur im geheimen“ geplant werden. (ts)

Meta