NRW: NPD und REP verlieren – „pro“ verfehlt Wahlziele

Düsseldorf – Mit 1,4 Prozent der Zweitstimmen hat „pro NRW“ bei der Landtagswahl in NRW im innerrechten Wettstreit die Nase vorn gehabt. Die NPD erreichte nur noch 0,7 Prozent nach 0,9 Prozent bei der Wahl vor fünf Jahren. Den „Republikanern“ kamen beinahe zwei Drittel ihrer Wählerschaft abhanden. Sie landeten bei 0,3 Prozent (2004: 0,8 Prozent).

Exakt 106.932 Bürger votierten mit ihrer Zweitstimme für die 2007 gegründete rechtspopulistische „Bürgerbewegung pro NRW“. Von ihren Wahlzielen – anfänglich war ernsthaft ein Einzug ins das Düsseldorfer Parlament angepeilt worden, später ging es mehr um einen „Achtungserfolg“ irgendwo oberhalb von zwei Prozent – blieb sie aber deutlich entfernt.

Die höchsten Ergebnisse erzielte „pro NRW“ in diesen Wahlkreisen: Duisburg IV (4,6 %), Gelsenkirchen II (4,1 %), Gelsenkirchen I (4,0 %), Duisburg II (3,9 %), Duisburg III und Leverkusen (jeweils 3,8 %), Remscheid (3,6 %), Rhein-Erft-Kreis I (3,5 %), Köln IV (3,4 %), Köln VII (3,3 %), Köln V (3,2 %), Solingen I und Rhein-Kreis Neuss II (jeweils 3,1 %). Kaum etwas zu holen gab es für die Rechtspopulisten hingegen in den Wahlkreisen Borken II, Münster II und Warendorf I (jeweils 0,3 %), in Steinfurt II und Steinfurt III (jeweils 0,2 %). Dabei fällt auf, dass „pro“ in einzelnen Fällen auch in Bereichen erfolgreich war, in denen es bei der Kommunalwahl des vorigen Jahres für einen Wahlantritt noch nicht gereicht hatte, so in Duisburg, Remscheid und Solingen. In Köln hingegen kam „pro NRW“  nur auf 2,5 Prozent stadtweit; bei der Kommunalwahl hatte „pro Köln“ 5,4 Prozent geholt.

Auf die NPD entfielen 55.831 Zweitstimmen. 2004 hatten 73.969 Bürger ihr Kreuzchen bei der Partei gemacht. Damals trat die NPD nur in 109 Wahlkreisen präsent; diesmal stand sie nach einer Änderung des Wahlrechts überall auf den Stimmzetteln. Erwartungsgemäß erzielte die NPD ihre überdurchschnittlichen Ergebnisse vor allem im Ruhrgebiet. Die Wahlkreise mit den höchsten Werten: Bochum III – Herne II (1,6 Prozent), Unna II und Düren I (jeweils 1,5 %), Dortmund I, Düren II – Euskirchen II, Märkischer Kreis I, Oberhausen I, Essen I – Mülheim II (jeweils 1,4 %), Heinsberg I (1,3 %). Kaum wahrnehmbar waren die NPD-Ergebnisse in Bonn I (0,2 %) und Köln II (0,1 %).

Die „Republikaner“ kamen nur noch auf 23.430 Stimmen. 2004 waren es 67.220 gewesen. Lediglich in drei Wahlkreisen erreichten sie eine 1 vor dem Komma: Düsseldorf IV (1,2 %), Herne I (1,2 %) und Aachen III (1,0 %). (ts)

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