DO: Neonazi-Demo ohne Musik und mit raschem Ende

Dortmund – Etwas mehr als 100 Neonazis nahmen heute Mittag an einer Demonstration in Dortmund teil.

Ohne Auftaktreden und ohne Live-Musik startete die Demonstration gegen 13.30 Uhr am S-Bahnhof Dorstfeld. Bei einer Zwischenkundgebung an der Rheinischen Straße träumte ein Redner aus dem hessischen Schwalm-Eder-Kreis von einem Staat mit nur noch einer Partei, der wieder errichtet werden solle. Ein „Kamerad“ aus Unna beklagte derweil die „rassische Degeneration“, unter der Deutschland seit 1945 leide. Und ungeachtet der dürftigen Beteiligung an der Veranstaltung, die seit fast vier Wochen vor allem im Ruhrgebiet und im Rheinland beworben worden war, sprach als dritter Redner ein Neonazi aus Dortmund im Brustton der Überzeugung davon, die Teilnehmer seien „die deutsche Jugend“ und „Deutschlands Zukunft“.

Nicht einmal eine halbe Stunde dauerte schließlich die Abschlusskundgebung oberhalb der Katharinentreppen am Hauptbahnhof, die doch Dennis Giemsch, „Kopf“ der örtlichen Neonaziszene, als „Silvesterkonzert“ angekündigt hatte. Nachdem zwei Rechtsrock-Bands abgesagt hatten* und sich offenbar auf die Schnelle auch kein „Balladenspieler“ als Vertretung auftreiben ließ, blieb den Teilnehmern nur, vier Rednern zu lauschen: einem aus Recklinghausen, zweien aus Dortmund und dem Versammlungsleiter Christian Worch. Nicht fehlen durfte bei einem der Dortmunder Redner das bei Neonazi-Demonstrationen in der Ruhrgebietsstadt fast schon obligatorische Hitler-Zitat.

Kurz nach 15 Uhr war der Spuk, der eigentlich bis 18 Uhr hätte dauern sollen, schon wieder zu Ende. (ts)

* /nrwrex/2010/12/do-rechtsrock-bands-sagen-auftritt-bei-neonazi-demo-ab