GL: „Pro NRW“ präsentiert Landratskandidaten Heger

BERGISCH GLADBACH – „Pro NRW“ will im Rheinisch-Bergischen Kreis in ein Wahlrennen einsteigen, in dem es für die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ nichts zu gewinnen gibt – nicht einmal einzelne Mandate in kleinen Städten. Ihr Kreisvorsitzender Christoph Heger soll bei der vorgezogenen Landratswahl im Rheinisch-Bergischen, die für den 20. November geplant ist, kandidieren.

Von wem und wann genau Heger nominiert worden ist, verriet „pro NRW“ bisher nicht. Der 67-Jährige fungiert als stellvertretender Bezirksvorsitzender der angeblichen „Bürgerbewegung“ im Bergischen Land und als Kreisvorsitzender Rhein-Berg. Vorgestellt wurde Heger, der zuletzt als Redner bei einer „Mahnwache“ der Partei in Düsseldorf öffentlich auftrat*, zwischenzeitlich auch als Leiter eines „Arbeitskreises Islamkritik“ von „pro NRW“. Auch auf „pro“-nahen Internetseiten wurden wiederholt Beiträge aus seiner Feder zum Thema Islam veröffentlicht. Bei der Landratswahl 2009 war der Overather kreisweit auf 4,0 Prozent gekommen, bei der Landtagswahl 2010 im Wahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis I auf 1,6 Prozent.

Der pensionierte Physiker, der nach Angaben von „pro NRW“ zuletzt als Datenschutzbeauftragter der TÜV Rheinland Group tätig war, werde im Wahlkampf „die volle Unterstützung des Landesverbandes bekommen“, versicherte der „pro“-Generalsekretär Markus Wiener in einer Stellungnahme der Partei.

Unterstützungsunterschriften erforderlich

Diese Unterstützung wird er freilich schon benötigen, bevor es in den eigentlichen Wahlkampf geht. Wie der ehemalige stellvertretende „pro NRW“-Vorsitzende Ronald Micklich aus Leichlingen, der im März aus der Partei ausgetreten war, auf seiner Internetseite mitteilte, müssten für den Kandidaten Heger 420 Unterstützungsunterschriften aus den 27 Wahlbezirken des Rheinisch-Bergischen Kreises vorgelegt werden, wenn er überall auf den Stimmzetteln stehen soll.** „Gerade nach den jüngsten Geschehnissen in Norwegen und Leverkusen, wird dies sicherlich nicht einfach werden“, meint Micklich.

Paragraph 15 des Kommunalwahlgesetzes sieht vor, dass solche Unterstützungsunterschriften vorgelegt werden müssen, wenn eine Partei in der laufenden Wahlperiode nicht ununterbrochen im Kreistag vertreten ist. Nach dem Parteiaustritt des Kreistagsmitglieds Micklichs muss „pro NRW“ im Rheinisch-Bergischen Kreis also wieder Klinken putzen – für eine aussichtslose Kandidatur. (ts)

* /nrwrex/2011/07/d-mahnwache-mit-19-rechtspopulisten

** http://www.bergische-stimme.de/index.php?option=com_content&view=article&id=702:pro-nrw-benennt-landrats-kandidat-im-rbk