HAM: Neues Neonazi-Zentrum im Hammer Osten?

HAMM – Die Entstehung eines „neuen Stütz- und Rückzugspunktes“ der Neonazi-Szene befürchtet die Antifaschistische Aktion Hamm am Kentroper Weg im westfälischen Hamm. Dort befindet sich das Clubhaus der im Jahr 2012 gegründeten Gruppe „Fraternitas Germania“, die sich selbst als „Bruderschaft“ versteht und in ihrem Auftreten an einen Motorradclub erinnert.

Nach Angaben der Antifa-Gruppe verkehren Mitglieder der Partei „Die Rechte“ mittlerweile regelmäßig in der von einer Privatperson angemieteten Räumlichkeit. Ein von der Antifa veröffentlichtes Foto zeigt Sascha Krolzig, den ehemaligen Anführer der „Kameradschaft Hamm“ (KSH) und den Neonazi-Aktivisten Jens Möller auf einer Feier im „Zuchthaus“ genannten Clubhaus der "Bruderschaft". Die KSH war im August 2012 durch den NRW-Innenminister verboten worden. Ihre Mitglieder organisieren sich seit Oktober in einem Kreisverband der Worch-Partei „Die Rechte“. Der Verband wird von Sascha Krolzig und Dennis Möller geführt. (nrwrex berichtete)

Rechter Männerbund

Die “Fraternitas Germania” ist ein Männerbund, der sich als unpolitisch bezeichnet, zugleich aber den angeblichen „Werteverfall unserer Gesellschaft“ anprangert und für einen starken Zusammenhalt der „Brüder“ plädiert. Unter den Mitgliedern der „Fraternitas Germania“ sollen sich nach Antifa-Angaben auch ehemalige Mitglieder des „Sturm Werries“ befinden. Diese Neonazi-Kameradschaft aus dem Hammer Stadtteil Werries verfügte über gute Kontakte zur KSH und zum lokalen NPD-Kreisverband. Seit einigen Jahren tritt sie allerdings nicht mehr öffentlich in Erscheinung. Im Internet finden sich auch Fotos, die einzelne „Bruderschaft“-Mitglieder zeigen, die Kleidung der in der rechten Szene beliebten Marke „Thor Steinar“ tragen.

Neues Neonazi-Zentrum?

Das Clubhaus der Gruppe wurde im November 2012 eröffnet. Ein Artikel in der Lokalzeitung, der vor möglichen Verbindungen der „Bruderschaft“ zur Neonazi-Szene warnte, hat nach Angaben der Antifa dazu geführt, dass ein Teil der Mitglieder die Gruppe wieder verlassen habe. Die verbliebenen „Fraternitas Germania“-Mitglieder hätten aber den engen Schulterschluss mit den ehemaligen Mitgliedern der „Kameradschaft Hamm“ gesucht. Die KSH hatte in der Werler Straße eine ehemalige Gaststätte angemietet und diese als Vereinslokal genutzt. (nrwrex berichtete) Die Nutzung wurde ihnen durch die ministerielle Verbotsverfügung untersagt. Die "Antifaschistische Aktion Hamm" fordert den Vermieter des Clubhauses auf, den Mietvertrag für das "Zuchthaus" zu kündigen und die Räumlichkeiten in Zukunft nicht mehr an Mitglieder der Neonazi-Szene zu vermieten.