K/E: Störversuch einer Gedenkkundgebung in Köln durch HoGeSa-AktivistInnen?

KÖLN - 50 Personen aus dem Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“ planten vermutlich, am Sonntagabend, den 18. Januar, eine Kundgebung zum Gedenken an den NSU-Anschlag in der Probsteigasse zu stören oder anzugreifen. Die teils vermummte Gruppe war nur durch Zufall aufgefallen, als sie zielstrebig in Richtung Probsteigasse stürmte.

Ein Teil der Personen konnte entkommen, während der Rest von der Polizei gestoppt und am Gereonskloster für rund eine Stunde eingekesselt wurde. Dort wurden ihre Personalien festgestellt, sie erhielten Platzverweise und wurden weggeschickt. In kleinen Grüppchen sammelten sie sich erneut, gingen dann aber ohne weitere Zwischenfälle zum Bahnhof. Die TeilnehmerInnen trugen Kleidung mit klarem Hooligan- oder Neonazibezug. Einige aus der Gruppe hatten auch an der Kundgebung des PEGIDA-Ablegers KÖGIDA am Mittwoch, den 14. Januar teilgenommen. Nach Polizeiangaben ist die Gruppe aus dem Bergischen Land und dem Ruhrgebiet angereist. Einzelne von ihnen führten Reizgas, Quarzsandhandschuhe und Elektroschocker mit oder trugen Protektoren unter ihrer Kleidung.

100 Hooligans trotz Demo-Verbot in Essen

An selben Tag sollte in Essen eine Veranstaltung der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) stattfinden. Diese war von der Polizei verboten worden, der Anmelder legte keine rechtlichen Mittel ein. Dennoch hatte die Polizei bereits am Vormittag etwa 100 Personen aus dem HoGeSa-Spektrum in der Essener Innenstadt angetroffen. Bei ihnen wurde ein Baseball-Schläger sowie eine Schreckschusspistole samt Magazin sichergestellt. 15 Männer seien in Gewahrsam genommen und ein Haftbefehl sei vollstreckt worden, so die Polizei. Die übrigen hatten Platzverweise erhalten und seien zum Teil heim gefahren. Ein anderer Teil hatte sich hingegen vermutlich nach Köln aufgemacht. Doch auch diese Reise endete im Polizeikessel.

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