HX: Polizei sucht bei „Reichsbürgern“ nach Waffen

KREIS HÖXTER – Heute durchsuchte die Polizei mehrere Gebäude in Willebadessen-Eissen, Borgentreich-Großeneder und Warburg-Dössel nach Waffen. Im Visier der Polizei standen ein 30-jähriger männlicher Beschuldigter, der Ende letzten Jahres vergeblich versucht haben soll, im Ausland ein halbautomatisches Gewehr des Typs AK 47 zu erwerben und nach Deutschland einzuführen, um nach seinen Angaben eine „Polizeitruppe des Freistaates Preußen aufzubauen“. Dies geschah laut Staatsanwaltschaft Paderborn offenbar im Einvernehmen mit einer 65-jährigen Beschuldigten, die sich selbst als „Vertreterin für innere Angelegenheiten der Provinz Westfalen des Freistaates Preußen“ bezeichnet.

Die Ermittlungen wegen des „Verstoßes gegen das Waffengesetz“ führen das LKA NRW und die Staatsanwaltschaft Paderborn. An der morgendlichen Razzia wirkten neben BeamtInnen der Bielefelder Einsatzhundertschaft auch ein Sondereinsatzkommando (SEK) mit. Offenbar ging die Polizei davon aus, dass die Beschuldigen bewaffnet sein könnten. Ob bei der Razzia weitere Waffen aufgefunden wurden, hat die Staatsanwaltschaft Paderborn bis dato nicht mitgeteilt.

Die AnhängerInnen des „Freistaat Preußen“ vertreten die Auffassung, dass es sich bei der Bundesrepublik Deutschland nicht um einen legitimen Staat handelt und dass deshalb die Verfassung des Freistaats Preußen vom 30. November 1920 nach wie vor rechtskräftig ist. Folglich lehnen sie die staatlichen Autoritäten ab, stellen sich eigene Ausweisdokumente aus und verweigern teilweise die Entrichtung von Steuern. Bereits im vergangenen Jahr war die Polizei in Willebadessen-Eissen mit rund 30 aggressiv auftretenden „Reichsbürgern“ konfrontiert, als sie Autos mit vom „Freistaat Preußen“ ausgestellten Nummernschildern kontrollieren wollte.