HX: Polizei beendete „Kategorie C“-Konzert

BAD DRIBURG (KREIS HÖXTER) - In der Nähe von Paderborn sollte am gestrigen Samstag,  dem 23. Mai, ein Konzert der inhaltlich auf Fußball und Hooliganismus fokussierten RechtsRockband „Kategorie C“ stattfinden - also in räumlicher und zeitlicher Nähe zu dem entscheidenden Spiel des SC Paderborn um den Klassenerhalt in der 1. Liga. Allerdings werden die jeweiligen Fans weder am Fußballspiel noch am Konzert ihre Freude gehabt haben. Am Nachmittag verlor der SC Paderborn gegen den VfB Stuttgart mit 1:2 und stieg damit ab. Direkt nach Spiel konnten Interessierte um 18 Uhr an einer Raststätte auf der A44 den Ort des „Kategorie C“-Konzertes erfahren.

Für das Konzert hatten die VeranstalterInnen die Nethehalle in Neuenheerse, einem kleinen zu Bad Driburg gehörenden Dorf gemietet. Die Anmietung erfolgte unter dem Vorwand, dort einen Geburtstag feiern zu wollen. Der Vermieter bemerkte die Mogelpackung jedoch zeitnah und kündigte den Vertrag, die Stadt erließ ein Verbot. Da der Veranstalter „Kategorie C“ jedoch vor den zirka 150 angereisten BesucherInnen auftreten ließ, erwartet ihn jetzt eine Anzeige. Die Polizei setzte das Verbot gegen 22 Uhr um und beendete das Konzert.

So dürfte es insgesamt ein ganz trauriger Tag für die SC Paderborn-Fangruppe „Domstädter“ gewesen sein, welche immer wieder durch ihre Nähe zur extremen Rechten auffällt. Der aus der Kameradschafts-Szene bekannte Philipp Knaup, über dessen Bankverbindung die 18 Euro teuren Eintrittskarten zu erstehen waren, und die „Street Crew PB“, welche das Konzert organisierte, werden sich fragen lassen müssen, warum ausgerechnet eine Halle in städtischem Besitz gemietet wurde. Dadurch war der Abbruch des Konzerts durchaus vorhersehbar. Die Band „Kategorie C“ stilisiert sich derweil zur Siegerin. Auf ihrer Facebook-Seite verkündet sie: „Wir haben trotzdem gespielt“ und „der Vermieter hat sich in letzter Sekunde doch ins Hemd gemacht. Egal, Vertragsstrafe wird fällig für den Umfaller.“ Ob es die Fans freut, zu erfahren, dass die Halle unter falschem Vorwand gemietet worden war und die Stadt Besitzer selbiger ist?