BI: NS-Verherrlichung in der 1. Person

BIELEFELD - „Zeitzeugenvortrag – Ein HJ-Flackhelfer und späterer SS-Mann der Divison 'Nordland' berichtet von seiner bewegten Zeit als Berlin-Verteidiger 1945“, heißt es auf einem Werbeflyer für eine Veranstaltung am 11.Juni 2015 im „Großraum Pforzheim“. Infos zu der Veranstaltung sind nur über eine Handynummer zu bekommen, der Name des Referenten wird nicht genannt. Inhaltlich passen die Angaben haargenau zu dem 2014 im Nordland-Verlag erschienenen Buch „Von der 8,8 cm-Flak zur SS-Division 'Nordland' – Im Endkampf um Berlin“, verfasst von Klaus Grotjahn aus Bielefeld.

In der Ausgabe der „Jungen Freiheit“ zum 8. Mai 2005 behauptete Grothjahn eine „unvorstellbare Brutalität der Rotarmisten“, die Kameraden von „SS-Leibstandarte, Führerbegleit-Kompanie und SS-Division 'Nordland'“ seien hingegen „tapfer“ und „stolz“ gewesen. Der Bielefelder steht mit seinem Buch für eine Verherrlichung der SS und für Geschichtsrevisionismus, welche er durch seinen Nimbus als vermeintlich authentisch berichtendem Augen- bzw. Zeitzeuge besonders wirkmächtig vermitteln kann. Im April trat er bereits in Hamm als Referent bei einer gemeinsamen Veranstaltung von NPD Unna/Hamm und „Die Rechte“ auf.

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