NL: RechtsRock-Imperialismus

ZWOLLE (NIEDERLANDE) - „Ruhrpott West“ lautete die Ortsangabe für ein neonazistisches Rock-Konzert, das am Samstag, den 5. Dezember 2015, letztendlich im niederländischen Zwolle stattfand. Die Stadt liegt immerhin rund 130 Kilometer von der nächstgelegenen Ruhrgebietsstadt entfernt. Vermutlich um Repressionsdruck auszuweichen, dehnten die OrganisatorInnen des Konzerts den geographische Begriff des „Ruhrpott“ weit aus.

Angekündigt für das Konzert waren die Neonazi-Hoolband „Kategorie C“ aus Bremen, die als musikalisches Sprachrohr von HoGeSa bezeichnet werden kann, die alternden Metal-Rocker von „Faust“ aus Frankfurt sowie der neonazistische Rapper „Makss Damage“. Mobilisiert wurde für das Konzert über die Website von „Kategorie C“ und über deren Handynummer. Ein anderer Veranstalter trat zumindest nicht öffentlich in Erscheinung.

Dass Konzerte von „Kategorie C“ nicht in NRW, sondern im benachbarten Ausland stattfinden, ist mittlerweile übliche Praxis. Letztes Jahr fand ein für den „Ruhrpott West“ angekündigtes „Nikolaus Festival“ im belgischen Ort Montzen statt. Ende März wurde ein für das Emsland angekündigtes Konzert, das in Haaksbergen in den Niederlanden stattfinden sollte, von der Polizei verhindert. Ein für den 4. April 2015 mit „grenznah in Westdeutschland“ beworbenes Konzert fand tatsächlich im belgischen Jalhay statt.

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