Artikel aus dem Ressort Extreme Rechte

Gunther Kümel beim Aufmarsch für Ursula Haverbeck am 10.11.2018 in Bielfeld
Der umtriebige Neonazi Günther Kümel

Bei „Recht und Wahrheit“-Lesertreffen, der Partei „Der III. Weg“ und rechten Studentenverbindungen tritt er auf: Günther Kümel, der 1965 den österreichischen Antifaschisten Ernst Kirchweger erschlug, lebt seit mehreren Jahrzehnten unbehelligt im Rhein-Main-Gebiet. Noch in den 2000er Jahren war er an der Frankfurter Universität tätig, seit einigen Jahren veröffentlicht er immer häufiger in diversen Neonazi-Zeitungen.

Foto: Antifaschistische Recherche
Thomas Wagner (l.) am Rande eines Neonazi-Konzerts am 15.07.2017 in Themar
Das kriminelle Netzwerk der Thüringer „Turonen“

Am 26. Februar 2021 ging die Polizei mit Razzien in Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen gegen einen Kreis von Neonazis vor, die einen schwungvollen Handel mit Drogen betrieben haben sollen. Gegen knapp 20 Personen wird ermittelt, acht von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, darunter der Aachener Neonazi Timm Malcoci und der „Szeneanwalt“ Dirk Waldschmidt aus Hessen.

Foto: Marco Kemp
Alexander Karnath (Bildmitte mit TS-Jacke) beim Trauermarsch für Borchardt am 9.10.2021 in Dortmund
Das Projekt „Rock Hate“

Unter dem Namen „Rock Hate“ haben sich seit Sommer 2019 verschiedene neonazistische Medienformate herausgebildet. Ob „Telegram“-Kanal und -Chat, Podcast oder Print-Magazin, hier findet sich alles rund um „Musik, Politik und Widerstand“. Hinter dem Projekt verbirgt sich mit Alexander Karnath ein alter Bekannter der nordrhein-westfälischen Neonazi- und RechtsRock-Szene.

Foto: Alex Wißmann
Die Aloisius-Grundschule Ahrweiler wurde zur Anlaufstelle der "Querdenker"
Die Katastrophe im Ahrtal und die extreme Rechte

Am 14. Juli schädigten Wassermassen in Folge eines Starkregens auch das rheinland-pfälzische Ahrtal schwer. In dieser unübersichtlichen und volatilen Situation entfalteten früh auch „Querdenker*innen“ und andere extrem Rechte eigene Aktivitäten. Ein ordnender Blick auf die Situation vor Ort zeigt die unterschiedlichen Interessen und Strategien der Akteur*innen.

Foto: AfD Watch BO
AfD musste bei der Bundestagswahl Verluste hinnehmen

So gerne hätte man bei der AfD ein paar Monate lang alle internen Konflikte hinter einer möglichst blickdichten Nebelwand verschwinden lassen. Wenigstens für ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl wollte man ein freundliches Bild abgeben. Freilich: Es sollte nicht gelingen. Am Ende stand ein Wahlergebnis von nur noch 10,3 Prozent, 2,3 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2017.

Onlineausgabe |
Im linken Haus befand sich der Outdoor-Laden, noch erinnert keine Gedenktafel an das Mordopfer.
Vor 20 Jahren wurde Dorit Botts in Fulda ermordet

Bis heute wird die Tat, welche sich 2001 im hessischen Fulda ereignete, von der Bundesregierung nicht als rechts-motivierter Mord gewertet. Eine Politisierung des Falls stieß bisher weder bei der regierenden Stadtpolitik noch in der örtlicheon Medienlandschaft auf größeres Interesse. Dabei führen die Spuren des Täters in die Thüringer National-Socialist-Black-Metal-Szene.

„Arcadi“ geht im „Zuerst!“-Magazin auf

„Wir wollen unterhalten, informieren und einen Kontrast zum Alltag bilden“, schrieb Herausgeber Yannick Noé 2017 im Vorwort der ersten Ausgabe des Magazins „Arcadi“. Man sei angetreten, ein „wertiges Kulturmagazin für junge Europäer“ herauszugeben. Etwas mehr als drei Jahre später ist das Blatt nach nur zehn Ausgaben am Ende und geht im Monatsblatt „Zuerst!“ auf.

Foto: Faksimile: Der Spiegel 13/1997
Die Opfer: Dagmar Kohlmann, Martin Kemming und Patrica Wright
Vor 25 Jahren wurde Patricia Wright ermordet

Am 3. Februar 1996 wurde die 23-jährige Patricia Wright durch den seinerzeit per Haftbefehl gesuchten Neonazi Thomas Lemke vergewaltigt und ermordet. Obwohl es sich bei der Tat in Bergisch Gladbach um einen staatlich anerkannten Fall rechter Gewalt handelt, ist er in der lokalen Öffentlichkeit noch kaum präsent.

Ende des Prozesses gegen Stephan Ernst und Markus H. und Start des neuen Untersuchungsausschusses

Ein Strafprozess untersucht die individuelle Schuld der Angeklagten. Wie auch schon im Münchener NSU-Prozess zeigte aber auch der Prozess in Frankfurt, dass die juristische Aufarbeitung alleine nicht ausreicht, um die Dimensionen von rechtem Terror erfassen zu können. 

Foto: Pixelarchiv
„Der III. Weg“ und Kampfsport

 Seit geraumer Zeit wird auf die zunehmende Bedeutung von Kampfsport für die extreme Rechte und die Herausbildung einer neonazistischen Kampfsport-Szene hingewiesen. Fester Bestandteil dieser Szene ist die Kleinstpartei „Der III. Weg“ mit ihrer Arbeitsgruppe „Körper & Geist“. Strukturen und Kämpfer der AG finden sich auch in der Grenzregion Siegerland (NRW)/Westerwald (RLP).