Artikel aus dem Ressort Geschichte

Foto: MRK/novypamatriklety.cz
Das Gelände des ehemaligen „Zigeunerlagers“ befindet sich gegenüber den hinteren drei Hallen der inzwischen stillgelegten Schweinefarm. Im Vordergrund des Bildes der Gedenkort.
Von antirassistisch motiviertem Revisionismus

Die Schweinefarm auf dem Gelände des ehemaligen KZ Lety ist endlich beseitigt (vgl. die Artikel in LOTTA #59, S. 61 f. und #68, S. 53), ein neuer Gedenkort in Planung. Doch die Debatten um das „Zigeunerlager“ in Lety u Písku, etwa 80 Kilometer südlich von Prag, nehmen kein Ende. Dabei geht es nicht nur um das Lager selbst, sondern auch um die Deutung des nationalsozialistischen Genozids an den Rom*nja und Sinti*zze im Allgemeinen.

Foto: Archiv AK DIZ Emslandlager e.V.
Als Postkarte gedrucktes gemaltes Bild des Strafgefangenenlagers Esterwegen, vermutlich Anfang der 1940er Jahre
Die Emslandlager 1933 bis 1945

Im Nordwesten Deutschlands errichteten die Nationalsozialist*innen zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 Lager: die sogenannten Emslandlager. Hier entstand 1933 das „Lied der Moorsoldaten“ im Konzentrationslager Börgermoor. Bis 1945 erreichten diese Lager ein immenses verbrecherisches Ausmaß, das bis heute oft unbekannt ist.

Denkmal für die Toten der Märzrevolution 1920 auf dem Bottroper Westfriedhof.
Deutungskämpfe um den historischen Ort der Märzrevolution 1920

Nachdem es in LOTTA #77 um die aufständischen Kämpfe der organisierten Arbeiter*innenbewegung im Zusammenhang mit der Märzrevolution im rheinisch-westfälischen Industriegebiet ging, und in LOTTA #78 um die Reichswehr- und Freikorps-Einheiten, die gegen sie eingesetzt wurden, beschäftigt sich der dritte und letzte Teil dieser Artikelserie mit den Aspekten Erinnerung, Gedenken und Rezeption.

Rechter Paramilitarismus während des „Kapp-Lüttwitz-Putsches“

Nachdem es in der letzten Ausgabe der LOTTA schwerpunktmäßig um die aufständischen Kämpfe der organisierten Arbeiter*innenbewegung im Zusammenhang mit der „Märzrevolution“ im rheinisch-westfälischen Industriegebiet ging, beschäftigt sich der zweite Teil der dreiteiligen Artikelserie mit den „Reichswehr“- und „Freikorps“-Einheiten, die gegen die „Märzrevolution“ eingesetzt wurden.

Die „Märzrevolution“ im rheinisch-westfälischen Industriegebiet — Teil I

Bereits wenige Tage, nachdem am 13. März 1920 extrem rechte Kreise um den hochrangigen Königsberger Verwaltungsbeamten Wolfgang Kapp und den Reichswehrgeneral Walther von Lüttwitz die demokratisch gewählte Reichsregierung für abgesetzt erklärt hatten, um ein rechtsautoritäres Regime in Gestalt einer Militärdiktatur zu errichten, war ihr Putsch in sich zusammengebrochen. Im rheinisch-westfälischen Industriegebiet bildete die Niederschlagung des Kapp-Lüttwitz-Putsches den Auftakt revolutionärer Entwicklungen, die innerhalb weniger Tage das gesamte Ruhrgebiet erfassen sollten.

Zur Geschichte der Landesheilanstalt Hadamar im Nationalsozialismus

In Hadamar (Landkreis Limburg-Weilburg/Hessen) wurden zwischen 1941 und 1949 fast 15.000 Menschen, die zumeist als psychisch krank oder geistig behindert galten, ermordet. Die Landesheilanstalt war eine von sechs Einrichtungen, in denen im Rahmen der „Aktion T4“ Menschen ermordet wurden, die im Nationalsozialismus als „lebensunwert“ galten. In den 1980er Jahren entstand auf dem Gelände der heutigen „Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie“ zunächst eine Ausstellung und später eine Gedenkstätte.

Tagungshotel in Évian
Das Scheitern der internationalen Flüchtlingspolitik am Vorabend der Shoah

Rege Betriebsamkeit herrscht am Nachmittag des 13. Mai 1939 am Kai der Hamburger Reederei HAPAG. Hunderte Passagiere begeben sich an Bord der „MS St. Louis“. Die Stimmung unter den Reisenden ist gedrückt. Obwohl fast alle Passagiere über Touristenvisa für Kuba verfügen, ist die bevorstehende Fahrt über den Atlantik keine Urlaubsreise in die Karibik.

Foto: Sammlung Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Fotograf: Manfred Scholz
Proteste anlässlich des Majdanek-Prozesses in Düsseldorf
70 Jahre Scheitern und Versagen

Der Prozess am Landgericht Münster machte weltweit Schlagzeilen: Im November 2018 wurde der 95-jährige Johann Rehbogen wegen seines Dienstes als SS-Wachmann im KZ Stutthof der Beihilfe zum Mord in hunderten Fällen angeklagt. Jetzt ist der Prozess geplatzt, weil der Mann aus dem Kreis Borken als nicht mehr verhandlungsfähig gilt.

Onlineausgabe |
Foto: Hans Weingartz - www.pass-weimgartz.de/hw.htm (CC BY-SA 2.0)
Gaskammer und Krematorium des KZ Stutthof.
Ein Kommentar zum Stutthof-Prozess in Münster

Mit der Aussetzung des Prozesses endete Mitte Dezember 2018 der Versuch einer juristischen Aufarbeitung der Verbrechen im Konzentrationslager Stutthof vorerst ergebnislos. Der wegen Beihilfe zum hundertfachen Mord angeklagte ehemalige SS-Mann Johann R. aus dem Kreis Borken ist inzwischen nicht mehr verhandlungsfähig.

Kampfsport im Nationalsozialismus

Der NS ist eine Kampfideologie, die das gesamte Leben als einen einzigen Kampf sieht, der Auslese und Selektion einzelner Individuen und ganzer „Rassen“ zur Folge hat. Schon die Altnazis im „Dritten Reich“ haben Kampfsportarten zur Schaffung „politischer Soldaten“ instrumentalisiert. Diese nahmen daher eine besondere Rolle im Kanon der Sportarten ein, die im Reich allesamt dem Zweck eines gesunden und kriegsbereiten „Volkskörpers“ dienen sollten.