Artikel aus dem Ressort Geschichte

Tagungshotel in Évian
Das Scheitern der internationalen Flüchtlingspolitik am Vorabend der Shoah

Rege Betriebsamkeit herrscht am Nachmittag des 13. Mai 1939 am Kai der Hamburger Reederei HAPAG. Hunderte Passagiere begeben sich an Bord der „MS St. Louis“. Die Stimmung unter den Reisenden ist gedrückt. Obwohl fast alle Passagiere über Touristenvisa für Kuba verfügen, ist die bevorstehende Fahrt über den Atlantik keine Urlaubsreise in die Karibik.

Foto: Sammlung Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Fotograf: Manfred Scholz
Proteste anlässlich des Majdanek-Prozesses in Düsseldorf
70 Jahre Scheitern und Versagen

Der Prozess am Landgericht Münster machte weltweit Schlagzeilen: Im November 2018 wurde der 95-jährige Johann Rehbogen wegen seines Dienstes als SS-Wachmann im KZ Stutthof der Beihilfe zum Mord in hunderten Fällen angeklagt. Jetzt ist der Prozess geplatzt, weil der Mann aus dem Kreis Borken als nicht mehr verhandlungsfähig gilt.

Onlineausgabe |
Foto: Hans Weingartz - www.pass-weimgartz.de/hw.htm (CC BY-SA 2.0)
Gaskammer und Krematorium des KZ Stutthof.
Ein Kommentar zum Stutthof-Prozess in Münster

Mit der Aussetzung des Prozesses endete Mitte Dezember 2018 der Versuch einer juristischen Aufarbeitung der Verbrechen im Konzentrationslager Stutthof vorerst ergebnislos. Der wegen Beihilfe zum hundertfachen Mord angeklagte ehemalige SS-Mann Johann R. aus dem Kreis Borken ist inzwischen nicht mehr verhandlungsfähig.

Kampfsport im Nationalsozialismus

Der NS ist eine Kampfideologie, die das gesamte Leben als einen einzigen Kampf sieht, der Auslese und Selektion einzelner Individuen und ganzer „Rassen“ zur Folge hat. Schon die Altnazis im „Dritten Reich“ haben Kampfsportarten zur Schaffung „politischer Soldaten“ instrumentalisiert. Diese nahmen daher eine besondere Rolle im Kanon der Sportarten ein, die im Reich allesamt dem Zweck eines gesunden und kriegsbereiten „Volkskörpers“ dienen sollten.

Foto: Hans Weingartz - http://www.pass-weingartz.de/hw.htm (CC BY-SA 2.0)
Ein Ort der Ausbeutung, Quälerei und Vernichtung

Als Johann R. am 7. Juni 1942 seinen Dienst als Mitglied der 3. Kompanie des SS-Totenkopfsturmbannes im Konzentrationslager Stutthof antrat, existierte das Lager bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren. Die Geschichte des Lagers, bei dem Dorf Sztutowo nahe Danzig gelegen, war eng mit der für die Nazis als Symbol wichtigen Hafenstadt verbunden. Im Laufe seines Bestehens wurden 110.000 Gefangene in Stutthof registriert.

Der Erinnerungsort Alter Schlachthof der Hochschule Düsseldorf

Der neue Campus der Hochschule Düsseldorf im Stadtteil Derendorf wurde auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Schlachthofes (1899 bis 2002) errichtet. Erhalten sind zwei denkmalgeschützte Gebäude: die Pferdeschlachthalle, die künftig als Studierendenzentrum dienen soll, und die frühere Großviehmarkthalle. Letztere diente während des Zweiten Weltkriegs als Deportationssammelstelle für jüdische Menschen des gesamten Regierungsbezirkes Düsseldorf.

Foto: Bundesarchiv
Studentisches Teach-in 1968.
Interview mit dem Historiker Detlef Siegfried

50 Jahre „1968“: In den Buchhandlungen biegen sich die Regale unter den zahlreichen Publikationen zu diesem zeithistorischen Jubiläum. Fernsehdokumentationen und Ausstellungen greifen das Thema auf. Nach wie vor geistert die Auseinandersetzung mit „1968“ durch Feuilletons und politische Diskurse. In den unterschiedlichen Betrachtungen erscheint „1968“ als „Epochenjahr“, als libertäre „Revolte“ oder als Ausgangspunkt einer seit 50 Jahren währenden „gesellschaftlichen Zerstörung“. Ein Gespräch mit dem Historiker Detlef Siegfried.

Foto: Faites votre jeu!
Die Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses im Klapperfeld

In der Diskussion um angeblich „rechtsfreie Räume“ der „linken Szene“ rund um den G20-Gipfel geriet 2017 auch das linke Zentrum im ehemaligen Polizeigefängnis im Klapperfeld in Frankfurt ins Visier. Hierbei wurde zeitweise ausgeblendet, dass hier ein Gedenkort geschaffen worden war, an dem die Geschichte des Hauses kritisch aufgearbeitet wird. Das Gefängnis wurde während der NS-Zeit von der Gestapo genutzt — und später unter anderem als Abschiebegefängnis.

Der Kampf um die Deutungshoheit der polnischen Geschichte

Seit Oktober 2015 ist die nationalkonservative Partei „Recht und Gerechtigkeit“ („Prawo i Sprawiedliwość“, PiS) in Polen an der Macht. Geschichts- und Erinnerungspolitik spielten bereits im Wahlkampf eine zentrale Rolle und wurden auch nach der Wahl extensiv und aggressiv für die Legtimation des politischen Handelns herangezogen.

Gedenkstätte in Belzec: ein letzter Blick zurück auf dem Weg in die Gaskammer.
Die bis heute prekäre Erinnerung an die Opfer der „Aktion Reinhardt“

„Ja, ich habe überlebt, um Zeugnis abzulegen von dem Riesenschlachthof Treblinka!“ Mit diesem Satz schloss Chil Rajchman seinen Bericht über seine Erlebnisse im Vernichtungslager Treblinka, in das er im Oktober 1942 deportiert worden war. Rajchman war einer von knapp 60 Personen, die der Mordfabrik entrannen und die Zeit des Zweiten Weltkriegs überlebten.